Patient erhält rechtzeitige Warnung des ICDs

Lungenüberwachung rund um
die Uhr - mit neuartigen ICD
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Über eine ausgeklügelte Diagnostikfunktion soll das Gerät bedrohliche Flüssigkeitsansammlungen in den Lungen und damit eine beginnende Lungenstauung frühzeitig feststellen.

Das Herzzentrum Göttingen hatte im letzten Jahr erstmals einem Patienten mit Herzinsuffizienz den neuartigen ICD implantiert. Mittlerweile hat dieser Patient bereits von der besonderen Überwachungs- und Vorwarnfunktion dieses Geräts profitiert.

"Der Patient wurde über ein Alarmsignal seines Implantats frühzeitig gewarnt, noch bevor er selbst die ersten Symptome der Flüssigkeitsansammlung in der Lunge spüren konnte. So konnte er sich rechtzeitig in klinische Behandlung begeben", erläutert Prof. Christina Unterberg-Buchwald, Oberärztin in der Abteilung Kardiologie und Pneumologie.

Nach einer medikamentösen Behandlung zur Wasserausscheidung habe der Patient die Klinik bereits nach vier Tagen wieder verlassen können. Flüssigkeitsansammlung in den Lungen stellt eine ernste Komplikation bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz dar und ist häufig die Ursache für wiederholte Krankenhausaufenthalte. Den meisten der stationären Aufnahmen von Herzinsuffizienz-Patienten liegt eben diese Komplikation zugrunde.

"Eine Lungenstauung wird von den Patienten zunächst nicht wahrgenommen, ihr Risiko wird oft unterschätzt", sagt Professorin Buchwald-Unterberg. Oft müssten diese Patienten notfallmäßig aufgenommen und auf der Intensivstation behandelt werden. Lange und teure Krankenhausaufenthalte seien die Folge.

"Die Frühwarnung durch das Implantat bei einer lebensbedrohlichen Wasseransammlung in den Lungen setzt genau an den weiterführenden Behandlungspunkten an", so Dr. Dieter Zenker, Oberarzt der Abt. Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie - Herzzentrum des Bereichs Humanmedizin. "Ambulant versorgende Ärzte können so langwierige Krankenhausaufenthalte ihrer Patienten vermeiden."

MEDICA.de; Quelle: Georg-August-Universität Göttingen