Patienten-Pass für die Früherkennung von Leberzellkrebs

01.09.2014
Grafik: Sitz der Leber im Körper

Die Deutsche Leberstiftung bietet zur Verbesserung der Patientenversorgung verschiedene medizinische Informationsmaterialien an; © Sebastian Kaulitzki/ panthermedia.net

Der Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) ist eine bösartige Erkrankung, die sich direkt aus den Leberzellen entwickelt. Eine frühe Diagnose verbessert die Heilungschancen. Daher entwickelte die Deutsche Leberstiftung den „Leberzellkrebs-Früherkennungspass“ für Patienten mit chronischen Lebererkrankungen.

Der Leberzellkrebs ist weltweit die fünfthäufigste Tumorerkrankung und die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache. Es erkranken fast ausschließlich Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung daran. Meist entwickelt sich ein Leberzellkrebs auf der Basis einer Leberzirrhose. Die häufigsten Ursachen für eine Leberzirrhose sind chronische Infektionen mit dem Hepatitis C- oder dem Hepatitis B-Virus, übermäßiger Alkoholkonsum und die nichtalkoholische Fettleber. Aber auch andere chronische Lebererkrankungen, wie die Hämochromatose, können zu einer Leberzirrhose führen.

Ein Leberzellkrebs verursacht im Frühstadium meist keine Symptome. Die Tumoren werden deshalb oft lange nicht bemerkt. Wird die Diagnose erst im späteren Stadium, wenn sich Symptome gezeigt haben, gestellt, sind die Heilungschancen deutlich schlechter. Daher ist eine Früherkennung enorm wichtig. Das beste Verfahren ist eine Ultraschalluntersuchung des Bauchs. Patienten mit einer Leberzirrhose, unabhängig davon, welche chronische Lebererkrankung der Zirrhose zugrunde liegt, sollten daher alle sechs Monate durch Ultraschall im Rahmen der Früherkennung untersucht werden. Bei einer Fettleberhepatitis mit fortgeschrittener Fibrose oder Zirrhose können auch kontrastverstärkte Schnittbildverfahren wie Computertomographie oder Magnetresonanztomographie eingesetzt werden.

Eine weitere Möglichkeit zur Früherkennung ist die Messung des Alpha-Fetoprotein-Wertes (AFP-Wert). Dieser Wert ist allerdings nicht bei allen vom Leberzellkrebs Betroffenen erhöht und ermöglicht somit keine sichere Diagnosestellung.

Wird der Leberzellkrebs früh erkannt, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Leberzellkrebs kann heute geheilt werden, wenn er rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt wird. Welche Therapie eingesetzt wird, hängt hauptsächlich vom Stadium der Erkrankung ab.

Die Deutsche Leberstiftung bietet zur Verbesserung der Patientenversorgung verschiedene medizinische Informationsmaterialien an. Um Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Leberzellkrebs haben, zu unterstützen, erstellte die Stiftung nun gemeinsam mit Herrn Prof. Dr. Jörg Trojan vom Universitätsklinikum Frankfurt einen Früherkennungspass zum Leberzellkrebs.

Der Pass ist vor allem für Patienten mit einer Leberzirrhose und für Patienten mit einer fortgeschrittenen chronischen Lebererkrankung gedacht. Er fasst die Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen zusammen. Damit bietet er den Patienten einen Überblick über die durchgeführten Untersuchungen und den behandelnden Ärzten einen raschen Zugriff auf deren Ergebnisse.

„Durch den Patientenpass mit der Übersicht der Untersuchungsergebnisse haben wir die Möglichkeit, einen Leberzellkrebs frühzeitig zu erkennen und zu therapieren. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Deshalb haben wir diesen Pass entwickelt. Wir geben den Patienten und Ärzten damit ein wichtiges Hilfsmittel für die Früherkennung an die Hand“, betont Prof. Trojan die Bedeutung des Patienten-Passes der Deutschen Leberstiftung.

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Leberstiftung