Viele onkologische Patienten sagen, dass sie gerne ihr Leben verändern würden, wenn sie noch einmal die Chance dazu hätten. Tatsächlich überleben viele Patienten ihre Krebserkrankung. Doch der Lebensstil ändert sich dann meist nicht.

Dies ist das ernüchternde Ergebnis einer neuen Studie. Unter der Leitung von Professor Kerry Courneya vom Canada Research Chair in Physical Activity and Cancer an der University of Alberta in Kanada, haben Wissenschaftler den „2005 Canadian Community Health Survey“ analysiert. Dieser beinhaltet unter anderem Interviews mit 114.355 erwachsenen Kanadiern. Darin gaben die Befragten Selbstauskunft über ihren Gesundheitszustand, frühere Erkrankungen, Gewicht und anderes.

Die Studienleiter interessierten sich besonders für die Krebsüberlebenden. Diese unterscheiden sich in Bezug auf ihren Lebensstil offenbar kaum von Nicht-Krebskranken: Demnach sind weniger als 22 Prozent der Krebsüberlebenden körperlich aktiv, mehr als 18 Prozent sind übergewichtig mit einem Body Mass Index von mehr als 18 kg/m2. Weitere 34 Prozent hatten leichtes Übergewicht (Body Mass Index 25 bis 30 kg/m2. Diese Zahlen entsprechen in etwa jenen, die man vor einiger Zeit bei Krebsüberlebenden in den USA ermittelt hat und sind vergleichbar mit den Werten in der Normalbevölkerung.

Allerdings gab es Unterschiede bei den einzelnen Krebserkrankungen. Überlebende nach einem Prostatakarzinom sind signifikant sportlicher, bewegen sich also mehr als andere Krebsüberlebende und sind seltener übergewichtig. Sie sind sogar sportlicher als die Normalbevölkerung. Ähnliches gilt für Überlebende nach einem malignen Hautkrebs, vor allem bei Männern. Dies könnte allerdings auch andere Ursachen haben: Man weiß nämlich, dass sportliche Menschen, die viel an der Sonne sind, öfter an Hautkrebs erkranken.

MEDICA.de; Quelle: Cancer 2008, Vol. 112, S. 2475-2482