Patienten leiden noch lange unter psychischen Problemen

Darmkrebs ist zwar eine weit verbreitete Erkrankung, aber über die Lebensqualität der Patienten nach Abschluss der Behandlung ist wenig bekannt. Eine Studie an über 300 Darmkrebspatienten zeigte, dass zwar nur geringe physische, dafür aber ernste psychische Probleme den Betroffenen noch Jahre nach der Diagnose zu schaffen machen.

Dr. Volker Arndt und seine Kollegen von der Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung des Deutschen Krebsforschungszentrums, dem Epidemiologischen Krebsregister Saarland und der Abteilung für Epidemiologie der Universität Ulm machen mit dieser Untersuchung auf die seelische Belastung und die Folgeerkrankungen besonders der jüngeren Darmkrebspatienten aufmerksam.

Langzeitstudien mit Darmkrebspatienten befassen sich in der Regel mit dem erneuten Auftreten der Tumoren oder mit Überlebensraten – das langfristige Wohlbefinden und die Lebensqualität nach Abschluss der Behandlung waren für die Forschung bisher von geringerem Interesse.

Arndt und Kollegen. zeigten, dass emotionale und soziale Probleme die Lebensqualität der Darmkrebspatienten über Jahre nach der Diagnose beträchtlich einschränken. Dazu kommen Atemnot, Schlafstörungen, Teilnahmslosigkeit, Darmprobleme und finanzielle Sorgen. Verbesserungen des Befindens stellen sich auch im dritten rückfallfreien Jahr nur mäßig ein und betreffen lediglich finanzielle Probleme oder die Anpassung an den künstlichen Darmausgang.

Depressionen begleiten Patienten sogar noch längere Zeit. Die Wissenschaftler bestätigten auch den bisher nur vermuteten Einfluss des Alters auf die psychische Widerstandskraft. So sind junge Patienten von den seelischen Folgen der Diagnose besonders schwer betroffen. Jüngere Menschen betrachten die Krebserkrankung als größere Bedrohung und empfinden gesundheitliche Einbußen intensiver als ältere Leidensgenossen. Dabei müssen ältere Patienten mit stärkeren körperlichen Problemen leben.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum