Der gesunde Menschenverstand sagt, dass körperlich fitte Menschen, die an einem Lungenkarzinom erkranken, eine Operation vermutlich besser überstehen dürften, eine höhere Überlebensrate haben und weniger Komplikationen zu erwarten haben.

Ob Sport die pulmonale Leistungsfähigkeit vor einer Operation erhöht hat jetzt ein amerikanisch-kanadisches Forscherteam um Dr. Lee W. Jones vom Duke University Medical Center, Durham, North Carolina, USA, untersucht. An ihrer kleinen Pilotstudie nahmen 20 Patienten teil. Alle standen wegen eines Lungenkarzinoms vor einer Operation. Man bat alle Patienten, sich vier bis sechs Wochen lang vor der Operation sportlich zu betätigen. Die konkrete Aufgabe: Fünf Mal pro Woche sollten die Probanden auf ein Ergometer-Fahrrad und sich dort so verausgaben, dass sie 60 bis 100 Prozent ihres Spitzen-Sauerstoffverbrauchs (VO2peak) erreichten. Zu Beginn der Studie, unmittelbar vor der Operation und dann noch einmal 30 Tage nach der OP wurden die Probanden intensiv in Bezug auf ihre Lungenfunktionsfähigkeit untersucht.

Die Studienteilnehmer absolvierten im Durchschnitt 72 Prozent aller Übungseinheiten. Dabei verbesserte sich ihre Leistungsfähigkeit seit dem Beginn der Übungen bis unmittelbar vor der Operation deutlich: Der durchschnittlich VO2peak-Wert stieg um 2,4 mL/kg/min, die 6MW-Distanz um durchschnittlich 40 Meter. Jene Probanden, die mindestens 80 Prozent der Trainingseinheiten absolvierten, profitierten am meisten von den Übungen: Der VO2peak-Wert stieg um 3,3 mL/kg/min und die 6MW-Distanz um 49 Meter im Durchschnitt.

Nach der Operation hatte die pulmonale Leistungsfähigkeit bei allen Probanden wieder nachgelassen, ereichte aber in keinem Fall mehr den Ausgangswert zu Beginn der Übungen.

MEDICA.de; Quelle: Cancer 2007, Vol. 110, S. 590-598