Patienten profitieren von Telemedizin

Foto: Herz und Stethoskop

Telemedizin ist für Patienten mit
Herschschwäche sinnvoll; © SXC

Bei 78 Prozent der durch den Alarm bedingten Arzt-Visiten wurden körperliche Anzeichen einer Verschlechterung der HI festgestellt, berichtet Professor Uwe Wiegand vom Sana Klinikum in Remscheid. Die Arztkontakte, die dem Monitoring folgten, trugen massiv dazu bei, Notaufnahmen ins Krankenhaus zu reduzieren.

Analysiert wurden 896 Patienten. Bei 234 dieser Patienten traten insgesamt 321 ungeplante Arztvisiten auf, davon 75 Prozent aufgrund von Alarmton-Abgabe, 13 Prozent bei Symptomen einer HI und drei Prozent bei Gerätefehlfunktion.

Telemedizinische Verfahren, bei denen Daten über größere Distanzen per Internet abgefragt werden können oder automatisch kommuniziert werden, sollen die Performance weiter verbessern: unter anderem, weil technisch bedingte Fehlalarme im Vorfeld des Arztkontaktes identifiziert werden können.

Im Modellprojekt Monitoring Center, das in Deutschland und Österreich durchgeführt wird, wurde erstmals unter wissenschaftlichen Bedingungen das Szenario eines zentralisierten "Home Monitorings" von ICD und Schrittmachern evaluiert. Dabei wurden im Monitoring Center der Charité von Doktor Thomas Vogtmann von der Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie, zentral die Daten von 121 Patienten aus neun Satelliten-Kliniken- und -Praxen erfasst, insgesamt 47.343 Patientenmonitortage.

Bearbeitet wurden mehr als 2200 eingehende Nachrichten, 174 davon wurden als möglicherweise problematisch herausgefiltert und an Spezialisten weitergeleitet. Über ein Drittel der weitergeleiteten Nachrichten hatten Patientenkontakte zur Folge, aus denen für 15 Prozent aller weitergeleiteten Events eine Änderung in der Therapie erfolgte.

"Die Studie zeigt, dass ein tägliches Home Monitoring mit einem überschaubaren Aufwand von weniger als 30 Minuten pro Tag für 100 Patienten sicher und effektiv umsetzbar ist", so Vogtmann. "Die Integration von telemedizinisch übermittelten Implantat- und Patientendaten in das Nachsorge-Management ist sinnvoll."

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.