Operation: Patienten zufrieden mit Schmerzbehandlung

30.04.2014
Foto: Patient mit Schmerzen

Die meisten Patienten bewerten ihre Schmerzbehandlung positiv, wenn sie in Entscheidungen mit einbezogen werden; © panthermedia.net/
Monkeybusiness

Eine internationale Gruppe mit Forschern von der Universität Basel sowie aus Israel, den USA und verschiedenen EU-Ländern hat die Zufriedenheit von Patienten mit ihrer postoperativen Schmerzbehandlung analysiert.

Die Studie basiert auf einem multinationalen Datensatz und zeigt, dass Patienten, die aktiv in ihre Schmerzbehandlung einbezogen werden, zufriedener sind. Dabei scheint die Patientenzufriedenheit weniger abhängig von der tatsächlichen Schmerzintensität als von dem Empfinden, eine angemessene Behandlung zu erhalten.

Jedes Jahr werden Millionen chirurgischer Eingriffe durchgeführt. Mindestens die Hälfte der Patienten leiden in der Folge unter mittleren bis schweren Schmerzen. Ein gutes Management der Schmerzproblematik nach Operationen ist deshalb ein wichtiges Kriterium der Behandlungsqualität. Frühere Studien zeigten, dass die meisten Patienten ihre Schmerzbehandlung positiv bewerten. Wie genau es zu diesen Bewertungen kommt, war aber bisher unklar und konnte zuvor noch nie anhand umfangreicher, internationaler Daten analysiert werden.

Für ihre Studie verwendete die Forschungsgruppe unter der Leitung von Dr. Matthias Schwenkglenks vom Institute of Pharmaceutical Medicine Daten von PAIN OUT, einem von der EU finanzierten, internationalen Forschungsprojekt. Im Rahmen dieses Projekts konnte, aufgrund von Patientenfeedback, ein umfangreicher und für die Schmerztherapie sehr wertvoller Datensatz erstellt werden. Dazu füllten Patienten einen standardisierten Fragebogen am Tag 1 nach ihrer Operation aus. Patientenbezogene Informationen und Details der Behandlung wurden zusätzlich erhoben. PAIN OUT bietet damit eine Methode zur Messung und Bewertung der Qualität der Behandlungsergebnisse an und unterstützt den Entscheidungsprozess bei der Suche nach der optimalen Schmerzbehandlung von Patienten.

Schwenkglenks und sein Team benutzten die Daten, um den Zufriedenheitsgrad von Patienten aus über 40 Kliniken in 15 Ländern zu untersuchen. Die Studie basiert auf rund 16.900 Patienten aus drei Kontinenten, die verschiedenste chirurgische Eingriffe durchführen lassen mussten. Die Datenanalyse identifizierte drei Aspekte, die für die Zufriedenheit der Patienten am wichtigsten zu sein scheinen: das Schmerzerleben, das Einbinden des Patienten in die Behandlung und ein positiver Austausch zwischen Patient und Betreuungspersonal, der zum Beispiel auch eine angemessene Information über verschiedene Möglichkeiten der Schmerzbehandlung umfassen sollte. „Wir sind die erste Forschungsgruppe, die dieses Thema in einer so groß angelegten Studie untersuchen konnte, eine einzigartige Gelegenheit. Die Ergebnisse waren über alle Kliniken und Länder hinweg sehr konsistent – das war für die Forschungsgruppe eine große Überraschung“, erklärt Schwenkglenks.

Insgesamt deuten die Resultate darauf hin, dass die Zufriedenheit mit der postoperativen Schmerzbehandlung nicht nur von der tatsächlichen Intensität des Schmerzes abhängt, sondern auch stark von dem Empfinden, adäquate Pflege zu erhalten, beeinflusst wird. Vor allem scheint die Einbindung der Patienten in Entscheidungen über ihre Behandlung von großer Bedeutung. Laut der Studie sind deshalb Behandlungsansätze, die sich nur auf eine möglichst tiefe Schmerzintensität konzentrieren, verfehlt. Patienten sollten, soweit sie das wünschen, mit ausreichenden Informationen versorgt und in die Entscheidungsfindung über die Schmerztherapie mit einbezogen werden.

MEDICA.de; Quelle: Universität Basel