Paul Langerhans Institut Dresden offiziell neues Satelliten-Institut des Helmholtz Zentrums München

08.12.2014
Foto: Frau arbeitet im Labor

Die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus betrifft in Deutschland etwa sechs Millionen Menschen; © panthermedia.net/Darren Baker

Die Diabetesforschung innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft formiert sich: ab 01. Januar 2015 gehört das Diabetes-Forschungszentrum Paul Langerhans Institut Dresden (PLID) des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus an der TU Dresden als Satelliten-Institut auch zum Helmholtz Zentrum München (HMGU).

Die bisherige Förderung auf Projektbasis wird in eine institutionelle Zugehörigkeit zum HMGU umgewandelt. In intensiver Zusammenarbeit soll die Erforschung der Volkskrankheit Diabetes – auch innerhalb des Partnerverbundes des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) – weiter vorangetrieben werden.

Die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus betrifft in Deutschland etwa sechs Millionen Menschen. Ursache ist eine Zerstörung oder Fehlfunktion der Insulin-produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse, die zu erhöhten Blutzuckerspiegeln führen.

Im Fokus der Forschung am PLID stehen die Betazellen in den nach Langerhans benannten Inseln der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Dabei sollen neue Mechanismen aufgedeckt werden, um die Zellen zu schützen bzw. zu regenerieren mit dem Ziel der Prävention und Heilung von Diabetes. Durch seine Anbindung an das Dresdner Universitätsklinikum vereint das PLID hochrangige Grundlagenforschung mit klinischen Studien, um das gewonnene Wissen schnellstmöglich in die praktische Anwendung zu bringen. Zwölf Arbeitsgruppen aus den Bereichen Zellbiologie, Biochemie, Immunologie, Chirurgie und Innere Medizin erarbeiten interdisziplinäre Strategien gegen die weitverbreitete Erkrankung und haben Dresden bereits zu einem der führenden Zentren der Diabetesforschung in Deutschland gemacht. "Wir freuen uns darauf, Teil der Helmholtz-Gemeinschaft zu werden und unsere Zusammenarbeit mit den Kollegen in München zu intensivieren. Diese Synergie wird die Entwicklung neuer Therapien für Diabetes noch zusätzlich beschleunigen", sagt Prof. Michele Solimena, Sprecher des PLID.

Am HMGU, dem Deutschen Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, werden Volkskrankheiten intensiv erforscht. Das Helmholtz Diabetes Center und weitere HMGU-Institute verbinden in der Diabetesforschung exzellente Grundlagenforschung mit translationalen und klinisch-interventionellen Ansätzen. Schwerpunkte sind Typ 2 Diabetes und Adipositas, Typ 1 Diabetes sowie die Erforschung genetischer und regenerativer Aspekte der Stoffwechselerkrankung. Ziel ist es, neue Ansätze für die personalisierte Therapie und Prävention von Diabetes zu entwickeln. "Innerhalb des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung arbeiten das PLID und das HMGU bereits erfolgreich zusammen.", so Prof. Martin Hrabě de Angelis, HMGU-Sprecher im DZD. "Das PLID ist Vorreiter im Bereich der detaillierten Erforschung von Betazellen und regenerativen Therapieansätzen. Wir freuen uns daher, nun weiter zusammenzuwachsen und gemeinsam mit den Kollegen neue Wege in der Diabetestherapie zu gehen."

Das PLID und das HMGU sind bereits Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung e.V. Der Ausbau des gemeinsamen Dresdner Paul Langerhans Instituts des Helmholtz Zentrums München an der Technischen Universität Dresden wird durch das DZD – eines der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung – gefördert. In dem Institut sollen vorhandene Kompetenzen gebündelt werden, um die pankreatischen Inselzellen auf molekularer und zellbiologischer Ebene zu erforschen und eine rasche Translation der Forschungsergebnisse im Sinne von neuen Konzepten zu Diagnose, Therapie, Prävention und Versorgung von Diabetes zu erarbeiten. Auch eine strukturelle Weiterentwicklung wird angestrebt – durch gemeinsame Berufungen von Professuren sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt