Certolizumab ist ein Wirkstoff aus der Klasse der Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)-Hemmer, der sich noch in der Erproung befindet. Gibt man zu diesem Wirkstoff Polyethylenglykol hinzu, eine sogenannte Pegylierung, dann verlängert sich die Halbwertszeit des Moleküls und verschiedene mögliche unerwünschte Wirkungen des Moleküls werden verbessert. Darum hofft man, dass pegyliertes Certolizumab länger wirkt und weniger Nebenwirkungen hat.

Wissenschaftler der University of Toronto haben dies jetzt an Patienten getestet. 922 Personen mit einer Rheumatoiden Arthritis nahmen daran teil. In dieser kontrollierten, doppel blinden und randomisierten Studie erhielten die Probanden entweder den pegylierten Wirkstoff (initial 3.400 Milligramm alle zwei Wochen, danach 200 oder 400 Milligramm alle zwei Wochen) oder Placebo. Ziel war, die Beschwerden der Patienten um mindestens 20 Prozent zu verbessern, gemäß der Kriterien des American College of Rheumatology (ACR20). Daneben nahmen die Patienten weiterhin ihr Methotrexat ein. Alle zwei Wochen wurde die Wirksamkeit der Therapie beurteilt.

24 Wochen nach Beginn der Studie waren noch 581 Patienten dabei. Die ACR20-Antwort in der Intention-to-treat-Gruppe lag bei 59.2 Prozent in der Gruppe der Patienten mit zuletzt 200 Milligramm Verum und 61.2 Prozent unter der Dosierung mit 400 Milligramm. Die ACR50-Raten: 37.5 Prozent unter 200 Milligramm pegylierten Certulizumabs und 40.6 Prozent unter 400 Milligramm. Mit Methotrexat alleine schafften dies nur 7.5 Prozent der Patienten (p kleiner 0.001 aktive Medikation gegen Placebo).

Allerdings zeigten sich auch bei 74.0 Prozent der Patienten in der Gruppe unter 200 Milligramm Wirkstoff unerwünschte Wirkungen. Unter 400 Milligramm waren es sogar 76.1 Prozent, während unter Placebo auch immerhin in 57.7 Prozent der Fälle unerwünschte Wirkungen auftraten.

MEDICA.de; Quelle: European League Against Rheumatism (EULAR) Jahreskongress 2007, abstract OP0016