08/08/2012

innovating medical technology in.nrw c/o AGIT mbH

Personalisierte Medizintechnik für die kardiovaskuläre Therapie

Damit sich die diesbezüglichen Statistiken verringern, erforscht und entwickelt der Aachener F&E-Verbund „innovating medical technology in.nrw“ (www.medtec-innrw.de) seit Sommer 2010 eine neue Generation maßgeschneiderter biomedizinischer Geräte und Systeme, insbesondere für kardiovaskuläre Behandlungen.

Gemeinsam kooperieren 40 Partner aus der Region in sechs Forschungs- und Entwicklungsprojekten, um
innovative Lösungen und Therapien für spezifische Patientenkonstitutionen zu erarbeiten, mit dem Ziel, die medizinische Therapie mittels „patient customized engineering“ effektiver und nebenwirkungsärmer zu gestalten. Der individuelle Organismus des Kranken rückt dabei immer mehr ins Zentrum der Behandlung. Prof. Dr. Thomas Schmitz-Rode, Sprecher des Konsortiums und Direktor des Instituts für Angewandte Medizintechnik (AME) an der RWTH Aachen, zum Alleinstellungsmerkmal des Verbunds: „Bei der Genomanalyse oder der molekularen Bildgebung geht es darum, mit Hilfe von Medizintechnologien individuelle Besonderheiten des Patienten zu erkennen, wobei die Technologie selbst nicht patientenspezifisch ist.

Das Aachener Cluster zielt jedoch auf etwas ganz Anderes ab: Wenn wir von personalisierter Medizintechnik reden, dann reden wir nicht von Einheitsprodukten - bei uns sind die Geräte und Systeme selbst personalisiert.“

Das Projektteam aus Wissenschaft, Medizinversorgern und Wirtschaft ging 2010 als Sieger aus dem InnoMeT.NRW-Wettbewerb des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen hervor und wird mit insgesamt 13 Millionen Euro aus dem NRW-EU-Ziel2-Programm unterstützt.

Zentraler Ansatzpunkt des Verbunds ist, mit der Personalisierung der Medizintechnik ein großes, bislang ungenutztes ökonomisches und therapeutisches Potential zu erschließen. „Mit dem Themenfokus auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden bestehende Stärken und Kompetenzen in Wissenschaft und Wirtschaft der Aachener Region aufgegriffen. Und es werden gleichzeitig auch die Weichen für eine weitere Profilierung gestellt“, so Schmitz-Rode. Mit der kardiovaskulären Ausrichtung wird bewusst ein besonders relevantes Krankheitsgebiet bearbeitet. Um hier Fortschritte zu erzielen, werden in Aachen und der Region bestehende Stärken der Biomedizin in Wissenschaft und Wirtschaft gebündelt, so dass in erster Linie die Patienten, aber letztlich auch der Standort davon profitieren.
„Personalisierte Medizintechnik“ ist eine der Antworten auf die großen Herausforderungen im Gesundheitswesen und verspricht hochwirksame neue Behandlungswege. Vor diesem Hintergrund erarbeiten in Aachen jeweils spezialisierte Verbünde innovative Systeme für die kardiovaskuläre Medizin, von personal health care, das heißt mobilen medizinischen Geräten, über Assistenzsysteme für die Herz- und Lungenfunktion und bildgeführte so genannte „minimalinvasive Verfahren“, mit deren Hilfe die Risiken offener Operationen umgangen werden, bis hin zu telemedizinischen Anwendungen und patientenoptimierten Implantaten.

„innovating medical technology in.nrw“ vereint dabei unter dem übergeordneten Aspekt von patientenbezogenen und kardiovaskulären Fragestellungen mit der Medizin, den Informationstechnologien, den Materialwissenschaften, der Lasertechnik und dem TissueEngineering unterschiedlichen Fachdisziplinen, die so interdisziplinär und themenbezogen zusammenfinden. Resultat ist eine direkte Verbindung zwischen der unmittelbaren Forschungs- und Entwicklungsarbeit vor Ort und den Maßnahmen des Wissens-, Technologie- und Know-How Transfers zur Steigerung der regionalen - und letztlich auch der landesweiten – Innovationskraft, vor allem in der kardiovaskulären Medizintechnik.

Gerade von dieser besonderen Konstellation verspricht sich das Konsortium, dass die enormen Kompetenzen aller an der Verbundarbeit beteiligten Partner zu schnell realisierbaren Lösungen führen, mit denen bei der Versorgung der Patienten neue und erfolgversprechende Wege beschritten werden können.

Anlässlich der Biomedica im April, dem führenden internationalen Kongress für die Lebenswissenschaften in der Euregio-Maas-Rhein wurde dem Teilprojekt „MiGi – Multifunctional Image Guided Interventions“ der mit 10.000 € dotierte „Collaboration Award“ verliehen. In „MiGi“ bündeln das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, die Klinik für Radiologische Diagnostik des Universitätsklinikums Aachen, die Hemoteq AG aus Würselen sowie die Firmen Nano4Imaging und MagnaMedics aus Aachen ihre Kräfte, um neuartige Führungsdrähte zu entwickeln.