Foto: Behandelnde Physiotherapeutin mit Patient 
Pflege und Therapie bedeutet
schwere körperliche Arbeit
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Dies wird aus den Ergebnissen einer Erwerbstätigenbefragung ersichtlich, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB) durchführten. 93,8 % der Pflegenden verrichten die Arbeit häufig oder immer im Stehen. Doch auch das Heben schwerer Lasten - für Frauen mehr als 10 kg, für Männer mehr als 20 kg - gehört für zwei von drei Pflegenden (68,2 %) zum Berufsalltag. Hinsichtlich dieser Belastung übertreffen die Beschäftigten in den Pflegeberufen ihre Kollegen im Baugewerbe: Hier muss nur etwa jeder zweite Beschäftigte (54,0 %) nach eigenen Angaben häufig schwer heben. Unter der Last leiden drei von vier Betroffenen in Pflegeberufen (74,4 %). Deutlich mehr als auf dem Bau: hier empfindet nicht einmal jeder Zweite (42,8 %) das schwere Heben als belastend.

Damit erklärt sich, dass Arbeitnehmer in pflegenden Berufen häufiger über gesundheitliche Beschwerden klagen als andere Beschäftigte. Insbesondere Schmerzen im Rücken (Pflegeberufe Männer 57,1 % gegen andere Berufe Männer 40,1 %; Pflegeberufe Frauen 63,7 % gegen andere Berufe Frauen 43,9 %) werden überdurchschnittlich oft angegeben.

Nichtsdestotrotz verstärken psychische Anforderungen die Belastungsvielfalt bei der Pflege: Während jeder zehnte Beschäftigte (10,8 %) seine Tätigkeit als "gefühlsmäßig belastende Arbeit" beschreibt, beträgt dieser Anteil in den Pflegeberufen rund 40 Prozent. Hinzu kommen belastende Arbeitszeiten: Schichtarbeit (76,6 %) ist weit verbreitet, in der Regel wird auch an Wochenenden und Feiertagen gearbeitet (Samstage 93,8 %, Sonn- und Feiertage 91,5 %). Außerdem kennt jeder zweite Beschäftigte Nachtarbeit aus seinem Arbeitsalltag.

Dadurch leidet das allgemeine Wohlbefinden der Pflegenden: Beschäftigte in Pflegeberufen klagen häufiger über allgemeine Müdigkeit, Schlafstörungen und Niedergeschlagenheit als Erwerbstätige in anderen Berufen.

MEDICA.de; Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin