Methotrexat ist ein alter und gut geprüfter Wirkstoff. In der Therapie der rheumatoiden Arthritis leistet er unschätzbare Dienste. Doch auch Bewährtes kann noch besser werden, nämlich dann, wenn der Einsatz eines Wirkstoffes individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten und damit besser gesteuert werden kann.

Genau dies versuchen Wissenschaftler des Center for Rheumatology in Albany, USA. Dazu entwickelten sie einen pharmakogenetischen Index und verschiedene metabolische Laborparameter: darunter den Erythrozyten-Methotrexat-Polyglutamatwert (MTX PG) und den Erythrozyten-Folat-Polyglutamatwert (Folat-PG).

Dann gewannen sie 226 Patienten mit rheumatoier Arthritis, die bereits mindestens drei Monate lang mit wöchentlichen Methotrexat-Gaben therapiert worden waren, für eine Beobachtungsstudie. Anhand verschiedener Parameter beurteilten sie den Krankheitsstatus jedes einzelnen Probanden. Mit Hilfe spezieller chromatographischer Methoden und des Radioassay analysierten sie zudem die MTX PG- und Folat-PG-Werte der Probanden. Der selbst entwickelte pharmakogenetische Index umfasste verschiedene genetische Parameter.

Sowohl der MTX-PG-Wert als auch der pharmakogenetische Index waren unabhängig voneinander asoziiert mit der Zahl geschwollener Gelenke und dem allgemeinen Krankheitszustand der Patienten. Außerdem ließen ein MTX-PG-Wert unter 60 nmol/L und ein niedriger pharmakogenetischer Index ein schlechtes therapeutisches Ansprechen auf die Methotrexat-Gabe erwarten. Hohe Folat-PG-Werte dagegen zeigen ein erhöhtes Risiko für schmerzhafte und geschwollene Gelenke an.

Nun sollen größere klinische Studien zeigen, welchen prädiktiven Wert diese Laborparameter und pharmakogenetischen Daten tatsächlich haben.

MEDICA.de; Quelle: Annals of the Rheumatic Diseases 2005, Vol. 64, S. 1180-1185