Das zeigt eine Studie, die beim „XLV European Renal Association-European Dialysis and Transplant Association Congress“ in Stockholm vorgestellt wurde. Sie ergänzt Wissen, das man schon lange hat: Serumphospaht ist ein wichtiger Prädiktor der Morbidität und Mortalität bei Menschen, die dialysiert werden müssen. Allerdings gibt es bislang nur wenige Daten zu der Frage, ob das Serum-Phosphat auch einen Aussagewert hat bei Patienten, die zwar an einer chronischen Nierenerkrankung leiden, die aber nicht zur Dialyse müssen.

An der aktuellen Studie nahmen im Rahmen der prospektiven „Chronic Renal Insufficiency Standards Implementation Study (CRISIS)“ 934 Patienten teil. Alle Probanden litten an einer chronischen Nierenerkrankung, die aber noch nicht dialysepflichtig war. Die Studie begann im Jahre 2002. Seitdem hat man die Patienten jährlich nachuntersucht.

Der durchschnittliche Nachverfolgungszeitraum betrug 1.260 Tage und der durchschnittliche Serumphosphatwert lag bei 1,2 mmol/L. 87 Prozent der Probanden begannen die Studie mit einem Serumphosphatwert unter 1,5 mmol/L, der bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen als Grenzwert empfohlen wird. Im Nachverfolgungszeitraum starben 224 Probanden (26 Prozent). Im Vergleich zu jenen Patienten, deren Serumphosphatwert in der obersten Quartile lag, also über 1,35 mmol/L, hatten Probanden mit einem Serumphosphatwert unter 1,0 mmol/L ein 14,3 Prozent geringeres Mortalitätsrisiko.

Die Studienleiter schließen daraus, dass auch Serumphosphatwerte, die nach den aktuellen Leitlinien noch als „normal“ gelten, dennoch ein erhöhtes Mortalitätsrisiko anzeigen, selbst wenn Patienten noch nicht dialysepflichtig sind. Damit müssten die derzeit gültigen Leitlinien zur Überwachung nierenkranker Patienten nach Ansicht der Autoren überarbeitet werden.

MEDICA.de; Quelle: XLV European Renal Association–European Dialysis and Transplant Association Congress Abstract So036