Knieschmerzen und Gonarthrosen werden pharmakotherapeutisch und auch nicht-pharmakotherapeutisch, zum Beispiel durch Physiotherapie, behandelt. In einer Studie sollte jetzt untersucht werden, welche dieser beiden Strategien unter den Bedingungen der üblichen Hausarztmedizin am besten dazu geeignet ist, den Patienten Erleichterung zu verschaffen.

An dieser englischen Studie beteiligten sich 15 Hausärzte in North Staffordshire. Insgesamt 325 Personen im Alter über 55 Jahre (Durchschnittsalter: 68 Jahre) nahmen daran teil. Alle hatten ihren Hausarzt wegen Knieschmerzen konsultiert. Randomisiert wurden sie einer von drei Gruppen zugeteilt: Die pharmakotherapeutisch Behandelten erhielten eine medikamentöse Behandlung. In der zweiten Gruppe ließ man den Betroffenen ambulante und individualisierte Physiotherapie zukommen. Außerdem wurden sie intensiv beraten, wie sie sich bei ihren Alltagsaktivitäten am knieschonendsten bewegen können. Die dritte Gruppe wiederum erhielt lediglich ein Merkblatt mit guten Ratschlägen. Mehrfach wurden diese Patienten angerufen und telefonisch beraten. Nach drei, sechs und zwölf Monaten stufte man die Patienten gemäß des „Western Ontario and McMaster Universities osteoarthritis index (WOMAC)“ ein.

Zu Beginn der Studie lag der durchschnittliche Schmerzwert des WOMAC bei 9.1 Punkten, der durchschnittliche Funktionswert bei 29.9 Punkten. Nach drei Monaten war der Schmerzwert um 3.2 Punkte (Pharmakotherapie), 1.56 (Physiotherapie) und 0.41 Punkte (Merkblatt) gesunken. Die entsprechenden Werte für den Funktionswert: -2.61, beziehungsweise -4.79 und –0.80 Punkte.

Diese Unterschiede waren nach sechs und zwölf Monaten weitgehend eingeebnet. Allerdings suchten die Patienten in der Physiotherapiegruppe seltener ihren Hausarzt wegen der Kniebeschwerden auf und in der Pharmakotherapie- beziehungsweise Physiotherapiegruppe mussten die Betroffenen seltener Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 333, S. 995