Studie: Plädoyer für Teamarbeit in der Rehabilitation

03.07.2013
Foto: Teamarbeit

Die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) erfordert und befördert die Zusammenarbeit im multiprofessionellen Reha-Team;
© panthermedia.net/Monkeybusiness Images

Studie der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Würzburg identifiziert Teamarbeit als zentralen Baustein medizinisch-beruflich orientierter Rehabilitation.

Die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) richtet sich an chronisch erkrankte Personen, die aufgrund vielfältiger Umwelt- und personenbezogener Belastungsfaktoren in ihren berufsbezogenen Aktivitäten und in ihrer Teilhabe am Erwerbsleben sehr stark eingeschränkt sind. Aus einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg geht nun hervor: Aufgrund der Zielgruppe erfordert und befördert die MBOR die Zusammenarbeit im multiprofessionellen Reha-Team in besonderem Maße.

Soziologin Betje Schwarz, Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle Angewandte Rehabilitationsforschung in der Klinik für Rehabilitationsmedizin an der MHH, hat bundesweit Fokusgruppen mit sieben MBOR-Teams durchgeführt. Ziel war es unter anderem, mehr zu den Erfolgsfaktoren der MBOR aus Sicht der Therapeuten zu erfahren. Das Ergebnis: „Alle Teams betonen den zentralen Stellenwert multiprofessioneller Teamarbeit in der MBOR. Sie sei unerlässlich im Hinblick auf die ganzheitliche und damit erfolgreiche Behandlung der vielfältig belasteten Zielgruppe“, so Schwarz.

Entscheidend sei aber nicht nur, dass, sondern vor allem auch wie Teamarbeit erfolgt. Kennzeichen effektiver Zusammenarbeit sind laut der befragten Reha-Teams: eine stärkere Gleichrangigkeit und Verantwortungsaufteilung im Team, die Beteiligung aller Professionen an der Therapieplanung und -steuerung, eine regelmäßige Teamkommunikation insbesondere in Form behandlungsbegleitender Fallkonferenzen sowie eine dem Motto „Miteinander statt nur nebeneinander“ folgende Leistungserbringung sowohl in Diagnostik als auch in der Therapie. Die Teams verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die Relevanz struktureller Rahmenbedingungen. Als wichtiger Förderfaktor werden stärker teambasierte Organisationsstrukturen, als bedeutende Barriere die Konkurrenz bezahlter Therapie- und unbezahlter Teamzeit benannt.

„Die Entwicklung multiprofessioneller Teamarbeit sowie der dafür nötigen Rahmenbedingungen sollte bei der Einführung und Umsetzung der MBOR künftig stärkere Beachtung finden“, fordert die Forschergruppe vor dem Hintergrund der Studienergebnisse.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover