Pläne für künstliche Ernährung kritisiert

Wer nicht mehr die Möglichkeit hat, sich auf normalem Wege ausreichend zu ernähren benötigt künstliche, also enterale Ernährung, das heißt Sonden- und Trinknahrungen. Diese Leistungen müssen Patienten vielleicht bald selbst bezahlen. Nach Auffassung des G-BA handelt sich hierbei um "Aufwendungen für den normalen Lebensunterhalt". Dies geht aus einer Stellungnahme des G-BA hervor, bei dem es sich um den die Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-OrgWG) handelt.

"Das bedeutet, mangelernährte kranke Menschen bekommen die dringend gebrauchte, medizinisch indizierte Ernährungstherapie nicht mehr erstattet. Dies ist nicht akzeptabel,"sagt Professor Arved Weimann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM).

Betroffen seien besonders ältere Menschen und Krebskranke, die sich nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten nicht mehr auf normalem Wege ernähren können und bei denen eine Mangelernährung drohe. Die DGEM ist, wie der G-BA, der Ansicht, dass enterale Ernährung als Therapie von der normalen Ernährung klar abgegrenzt werden muss.

Allerdings muss die Verabreichung enteraler Ernährung nach Indikation auch weiterhin erstattungsfähig bleiben. Den Vorwurf des G-BA, die Erstattung würde zu einer ethisch und medizinisch unvertretbaren Ernährungspraxis in Pflegeeinrichtungen führen, sieht die DGEM als unhaltbar an. Dieses hat die DGEM in einer ausführlichen Stellungnahme an den Gesundheitsausschuss des Bundestages deutlich gemacht.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V.