Das Plasma-Homozystein wurde schon länger mit Schenkelhalsfrakturen in Verbindung gebracht, aber nicht direkt mit der Knochendichte. Eine Studie sollte nun den Zusammenhang zwischen der Knochendichte im Schenkelhals, den Plasma-Homozysteinspiegeln, Vitamin B12 und der Methylenetetrahydrofolatreduktase (MTHFR) aufklären.

2.268 Männer und 3.070 Frauen im Alter zwischen 47 und 50 Jahren beziehungsweise 71 und 75 Jahren nahmen im Rahmen der „Hordaland Homocysteine Study“ an dieser Untersuchung teil. In den Jahren 1997 bis 2000 wurde bei den Probanden die Knochendichte im Schenkelhals gemessen.

Die Plasmaspiegel des Homozystein zeigten bei den Frauen mittleren und höheren Alters eine inverse Assoziation mit der Knochendichte im Schenkelhals (p kleiner 0.001). Bei den Männern dagegen konnte ein solcher Zusammenhang nicht nachgewiesen werden. Jene Frauen, deren Plasma-Homozysteinspiegel über 2.02 Milligramm pro Liter lag, hatten ein 96 Prozent höheres Risiko, in Bezug auf ihre Knochendichte in der untersten Quartile zu liegen als jene Probanden, deren Plasma-Homozysteinspiegel unter 1.22 Milligramm pro Liter lag.

Als man diese Ergebnis in Bezug auf die Plasma-Folatspiegel beziehungsweise Kalziumaufnahme und Vitamin D untersuchte ergab sich keine wesentliche Abweichung. Auch Vitamin B 12 und MTHFR zeigten keinerlei Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Plasma-Homozysteinspiegel und Schenkelhals-Knochendichte.

Diese Studie zeigt nach Ansicht von Studienleiter Dr. Clara Gram Gjesdal von der University of Bergen, dass Homozystein ein wichtiger Faktor für die Knochendichte und damit die Knochengesundheit ist. Nun sollen Studien zeigen, ob man diesen Risikofaktor durch Vitamin B 12 bekämpfen kann.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2006, Vol. 166, S. 88-94