Positives Resümee nach Transplantation

Foto: Patient und Dr. Höhnke

Der Patient möchte seinen neuen
Arme nicht mehr missen;
© Klinikum rechts der Isar

Die Zwischenbilanz ist positiv, und trotzdem haben Patient und Ärzte noch weitere Herausforderungen zu bestehen. Inzwischen ist es das Hauptanliegen der Ärzte und Physiotherapeuten, die Regeneration der Nerven zu fördern und die Degeneration der Muskeln zu verhindern. An dem Ziel, irgendwann seine neuen Arme wieder nutzen zu können muss der Patient jetzt hart arbeiten.

Damit die Muskulatur der Arme erhalten bleibt, absolviert er täglich ein umfangreiches und ausgewogenes krankengymnastisches Programm einschließlich Elektrostimulation der gesamten Muskulatur. Die zu erwartende Nervenregeneration beträgt zirka einen mm pro Tag, so dass frühestens in ein bis zwei Jahren klar sein wird, in welchem Umfang er die Arme schließlich bewegen kann.

Doch es gibt Anlass zur Hoffnung. Doktor Christoph Höhnke, Leiter des Transplantationsteams und Oberarzt der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie: "Der Patient hat erste Empfindungen im Oberarm unterhalb der Narben; er selbst spricht von einem "Kribbeln".

Ein weiterer Fortschritt für den Patienten ist für jeden ersichtlich: Zunächst waren seine Arme zur Vereinfachung der Lagerung an einem sogenannten "fixateur externe", einem mit drei Schrauben am Unter- und Oberarm verankerten Metallgestell aufgehängt. Dieses vorübergehende Hilfsmittel konnte inzwischen durch ein neu konstruiertes, leichteres Tragegestell, das einem Wasserträgerjoch ähnelt, ersetzt werden. Damit kann sich der Patient jetzt relativ frei bewegen.

Er selbst kommt mit der neuen Situation gut zurecht: "Ich kann mir kaum noch vorstellen, wie es ohne Arme war", sagt er. Nun hofft er, bald wieder nach Hause zu können. Wenn alles weiterhin gut läuft, könnte es bereits in etwa vier bis sechs Wochen soweit sein. Doch auch dann warten noch viele Herausforderungen auf Ärzte und Patient. Denn engmaschige klinische Kontrollen und eine täglich mehrstündige Physiotherapie sind auch weiterhin notwendig.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München