Die Morbidität der Depression ist hoch und eine der Hauptursachen für Besuche des Hausarztes. Zum Beispiel betrifft die postpartale Depression etwa acht bis 15 Prozent der Frauen im Wochenbett. Diese Art der Depression unterscheidet sich in ihrem Krankheitsbild kaum von der nicht-postpartalen Depression. Inzwischen weiß man, dass die postpartale Depression schädliche Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben kann.

In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob es nach einer Sectio caesarea häufiger oder seltener zu einer postpartalen Depression kommt als unter einer vaginalen Geburt. Ebenso das Zahlenverhältnis der postpartalen Depression beim Notfall-Kaiserschnitt und assistierter vaginaler Geburtshilfe im Vergleich zur spontanen vaginalen Geburt.

Für die prospektive "Avon longitudinal study of parents and children (ALSPAC)"-Studie konnten zwischen April 1991 und Dezember 1992 genau 14.663 Schwangere gewonnen werden. Primärer Endpunkt war ein Wert von mindestens 13 auf der "Edinburgh postnatal depression scale" acht Wochen nach der Geburt.

Der Vergleich der Daten zeigte, dass ein Kaiserschnitt nicht häufiger zu einer postpartalen Depression führt als eine vaginale Geburt (relatives Risiko: 1,06; p gleich 0.80). Auch ein Vergleich entlang der Komponente "Geburtsspontanität" erbrachte keine signifikanten Unterschiede: Notfall-Sectio beziehungsweise assistierte Geburt führen weder häufiger noch seltener zu einer postpartalen Depression als eine spontane vaginale Geburt (p gleich 0.46 beziehungsweise p gleich 0.42).

Frauen, die zur Depression neigen, kann man also in Bezug auf die Geburtsart beruhigen. Der Kaiserschnitt führt nicht häufiger zum "baby blues" als eine natürliche Geburt.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Online First,