Die Präeklampsie ist ein schwangerschaftsspezifisches Syndrom, das bei etwa drei bis acht Prozent aller Schwangerschaften auftritt. Die Ursache ist unbekannt. Man weiß, dass die Präeklampsie ein Risikofaktor für ischämische Insulte in der Schwangerschaft selbst ist. Wenig ist jedoch bekannt darüber, ob die Präeklampsie auch das Risiko für Schlaganfälle nach der Schwangerschaft beeinflusst.

Das haben nun US-amerikanische Wissenschaftler untersucht. Sie nutzten dafür die Daten der „Stroke Prevention in Young Women Study (SPYW)“-Studie. Daran hatten in den Jahren 1992 bis 1996 Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren teilgenommen. Ein Teil dieser Frauen war schwanger.

Bei 261 Frauen trat innerhalb des Nachbeobachtungszeitraums ein Schlaganfall auf. 421 zufällig ausgewählte andere Frauen dienten als Kontrollgruppe. Sie hatten keinen Schlaganfall.

Bei jenen Studienteilnehmerinnen, die Kinder geboren hatten, lag die Prävalenz der Präeklampsie bei 15 Prozent (Studiengruppe) beziehungsweise zehn Prozent (Kontrollgruppe). Als man alle Daten miteinander verglich, zeigte sich: Frauen, bei denen während der Schwangerschaft eine Präeklampsie aufgetreten ist, haben ein relatives Risiko von 1.59, dass bei ihnen nach der Schwangerschaft ein ischämischer Insult auftritt. Dieses 60 Prozent höhere Risiko blieb auch noch, nachdem man Faktoren wie Alter, ethnische Herkunft, Ausbildung und Zahl der Schwangerschaften herausgerechnet hatte.

Die Studienleiter glauben, dass es eine gemeinsame Verbindung zwischen der Präeklampsie und ischämischen Insulten nach der Schwangerschaft gibt; nämlich die Hypertonie. Sie raten daher, Frauen mit einer Präeklampsie auch in den Jahren nach der Schwangerschaft gut zu überwachen und regelmäßig den Blutdruck zu messen.

MEDICA.de; Quelle: Stroke 2006, Vol. 37, S. 1055-1059