Infiziert sich eine Frau vor oder während einer Schwangerschaft mit Toxoplasma gondii, dann kann dies den Embryo gefährden. In verschiedenen Europäischen Ländern bietet man daher Schwangeren routinemäßig an, sie auf eine solche Infektion zu testen, um rechtzeitig therapieren zu können. Seit rund drei Jahrzehnten wird dieses Screening nun angeboten. Ob es die Fälle einer kongenitalen Toxoplasmose aber tatsächlich nachhaltig positiv beeinflusst hat, konnte bislang noch nicht nachgewiesen werden.

Französische Wissenschaftler haben nun 26 Studien zum Screening auf Toxoplasmose reanalysiert. Die Studienleiter wollten insbesondere wissen, ob der Zeitpunkt des Screenings beziehungsweise der erstmalige Einsatz eines Medikamentes gegen Toxoplasma gondii irgendeinen Einfluss auf das Ergebnis hat.

Das Resultat dieser Meta-Analyse ist allerdings enttäuschen. Die Daten von 1.438 Schwangeren, die wegen einer Toxoplasmose antibiotisch behandelt wurden, zeigen einen leichten Trend dahin, dass eine Behandlung innerhalb der ersten drei Wochen nach Serokonversion offenbar die Mutter-Kind-Übertragung des Bakteriums etwas besser eindämmt als ein Behandlungsbeginn mehr als acht Wochen nach einer Serokonversion.

Speziell analysiert wurden auch die Daten von 550 infizierten Neugeborenen. Ob deren Mütter während der Schwangerschaft medikamentös gegen Toxoplasma gondii behandelt wurden oder nicht, hatte offenbar keinen messbaren Einfluss auf die klinischen Auswirkungen der Infektion beim Kind.

Kleiner Nebenbefund der Meta-Analyse: Je später in der Schwangerschaft sich eine angehende Mutter mit dem Bakterium infiziert, desto höher das Risiko einer Mutter-Kind-Übertragung, desto geringer andererseits das Risiko intrakranialer Läsionen.

MEDICA.de; Quelle: The Lancet 2007, Vol. 369, S. 115-122