Es ist hinreichend bekannt, dass man dem Diabetes mellitus vorbeugen kann durch einen gesunden Lebensstil: ausgewogene Ernährung und reichlich Bewegung zum Beispiel. Wie realistisch das beim Durchschnittsbürger ist, haben Wissenschaftler des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf nun gemeinsam mit der AOK Schleswig-Holstein untersucht. Die „DELIGHT“-Studie stellt die Frage, ob unter den Bedingungen der gesetzlichen Krankenkasse Diabetesprävention möglich ist.

In Betrieben Schleswig-Holsteins wurde Mitarbeitern mit einem Taillenumfang von mehr als 94 (Männer) beziehungsweise mehr als 80 Zentimetern (Frauen) angeboten, anthropometrische Daten zu erheben und den Blutzucker nüchtern und zwei Stunden nach 75 Gramm Glukoseaufnahme zu messen. Außerdem wurde das Lipidprofil und der Lebensstil geprüft. Betroffene erhielten die Möglichkeit, drei Jahre an einem Ernährungs- und Walking Programm teilzunehmen.

Unter 103 Männern und 137 Frauen mit erhöhtem Taillenumfang hatten 34 Prozent eine gestörte Glukosetoleranz, davon drei Prozent einen unbekannten Diabetes mellitus. 95 Prozent ließen sich mittels Nüchternblutzucker von mehr als 100 mg/dl identifizieren. 60 Prozent der betroffenen Männer und 45 Prozent der Frauen hatten einen oft nicht bekannten Hypertonus; 50 Prozent ein metabolisches Syndrom. Nach sechs Monaten lag das Gewicht erfolgreicher Abnehmer bei Männern durchschnittlich sechs Kilogramm und bei Frauen drei Kilogramm niedriger. Auch Blutzucker, Lipide und Blutdruck hatten sich verbessert. Es war kein neuer Fall eines Diabetes aufgetreten.

Diabetesprävention unter den Bedingungen einer gesetzlichen Krankenkasse ist also möglich. Durch die Selbstmessung von Taillenumfang und Nüchternblutzuckermessung können Diabetesgefährdete mit metabolischem Syndrom identifiziert werden. Der Langzeiteffekt über drei Jahre wird zur Zeit geprüft.

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion