Bei Pflegekräften sind Rückenschmerzen weit verbreitet. Es gibt die unterschiedlichsten Präventionsstrategien. Ziel einer Übersichtsarbeit war die Darstellung des aktuellen Wissensstandes hinsichtlich der Effektivität solcher Programme. Der Artikel beschränkte sich auf sekundär präventive Maßnahmen.

Analysiert wurden Reviewartikel für den Zeitraum von 1997 bis 2003. Aus den einschlägigen Datenbanken wurden nur jene Reviews und randomisierte klinische Studien identifiziert, die sich speziell auf Präventionsprogramme gegen Rückenbeschwerden bei Pflegekräften konzentrierten.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass die Effektivität von Präventionsmaßnahmen gegen Rückenbeschwerden kaum nachgewiesen werden konnte. Es lassen sich jedenfalls keine Aussagen darüber machen, welche Interventionen für welche Art von Beschwerden und welche Zielgruppe geeignet sind. Erklären lässt sich das durch methodische Schwächen sowie eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze, Interventionen und Zielgruppen.

Dieser Wissensmangel steht im Gegensatz zu den Ressourcen, die für entsprechende Präventionsmaßnahmen, unter anderem auch für die Risikogruppe der Pflegekräfte, bereitgestellt werden. Lediglich für Sport- und Trainingsprogramme kann bisher mit gut gesicherter wissenschaftlicher Evidenz behauptet werden, dass sie effektiv in der Verhaltensprävention von Rückenbeschwerden sind. Für multimodale Programme, die von Experten gefordert werden, fehlen bisher ausreichend qualitativ hochwertige Interventionsstudien.

Insgesamt also ist der Bedarf an methodisch hochwertigen Studien zur Evaluation präventiver Maßnahmen gegen Rückenbeschwerden groß. Insbesondere zur Effektivität multimodaler Ansätze im Vergleich zu trainingstherapeutischen Interventionen fehlen bis heute die Ergebnisse randomisierter, klinischer Studien.

MEDICA.de; Quelle: Phys Rehab Kur Med 2005, Vol. 15, S. 13-19