Viele depressive Patienten leiden unter Schmerzsymptomen, was oft zu einer Wiederkehr der Depression auch nach erfolgreicher Therapie führt. Gleichzeitig haben viele chronisch erkrankte Schmerzpatienten häufig depressive Phasen. Dass dies auf einer besonderen Wechselwirkung beruht, die zu einer Verstärkung des Schmerzempfindens bei Depressionen führt, hat Prof. Karl-Jürgen Bär vom Universitätsklinikum Jena in einer Studie zum Schmerzempfinden depressiver Patienten zeigen können.

Für diese Forschungsarbeit erhielt Karl-Jürgen Bär jetzt den Wyeth- Forschungspreis Depression und Angst 2006. Der Jenaer Psychiater teilt sich den mit 10.000 Euro dotierten Preis mit Dr. Andreas Ströhle von der Berliner Charitè. Dr. Andreas Ströhle wurde für seine Erkenntnisse zur anti-panischen Wirkung von Sport ausgezeichnet. Der Wyeth-Forschungspreis wird für besondere Leistungen in der Früherkennung sowie der Entwicklung neuartiger Therapiemöglichkeiten bei Depression und Angststörung verliehen.

Die ausgezeichnete Studie des Jenaer Prof. Karl-Jürgen Bär liefert wichtige Aussagen zu den Mechanismen der Schmerzwahrnehmung bei einer depressiven Erkrankung. Er konnte belegen, dass sich bei bestimmten - so genannten ischämischen - Schmerzen die Empfindlichkeit im Zusammenhang mit einer Depression massiv erhöht. Solche tiefen Muskelschmerzen wie im Rücken spüren Depressive deutlich stärker als Gesunde. Diese Erkenntnisse sprechen dafür, dass das Zusammenspiel von Depressionen und Schmerzerkrankungen künftig in der Behandlung stärker berücksichtigt werden muss, um mögliche verstärkende Effekte auszuschließen.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena