Preis für Kai Nowak

Er erhielt den Preis für seine wissenschaftliche Arbeit zum Lungenkarzinom. Einer der Hauptkennzeichen des Lungenkarzinoms ist seine starke Durchblutung durch neugebildete Blutgefäße (Neoangiogenese). Ob endotheliale Stammzellen aus dem Knochenmark, so genannte endothelialer Progenitorzellen (EPCs), bei der Gefäßneubildung eine Rolle spielen, ist derzeit Gegenstand intensiver Forschungstätigkeit.

Durch unterschiedliche Stimuli kann die Mobilisierung der EPCs aus dem Knochenmark in die Gefäßstrombahn initiiert werden. Dann wandern die Zellen, die durch die gleichzeitige Ausbildung der Oberflächenmarker CD 133, CD 34 und VEGF-Rezeptor 2 charakterisiert sind, entlang eines chemotaktischen Gradienten zum "Anforderungsort", um dort zu "homen" und sich zu differenzieren. Mehrere experimentelle Arbeiten belegen die Rolle der EPCs bei der Tumorangiogenese.

Die Arbeitsgruppe um Kai Nowak stellte bei ihren Untersuchungen an 36 Patienten mit kleinzelligem und nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom fest, dass die Konzentration endothelialer Progenitorzellen im Blut bei den Betroffenen im Vergleich zu gesunden Menschen stark erhöht war. Die Menge der EPCs scheint dabei mit dem Ausmaß der Tumorerkrankung zu korrelieren. Rund vier Monate nach Therapiebeginn (Chirurgie oder Chemotherapie) wurde die EPC-Konzentration bei 20 Patienten erneut erhoben.

War die Therapie erfolgreich verlaufen, sank die EPC- Konzentration signifikant. Damit könnte die EPC-Konzentration im Vollblut ein geeigneter diagnostischer und prognostischer Marker sein, um den therapeutischen Erfolg einer Therapie abzuschätzen.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Mannheim