Die Auszeichnung ist mit 1.500 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre von der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP) ausgeschrieben. Der 29-jährige Jenaer Nachwuchswissenschaftler ist für seinen Beitrag "Obtaining Blood Oxygenation Levels from MR Signal Behavior in the Presence of Single Venous Vessels" prämiert worden.

Darin beschreibt er mit Kollegen ein Verfahren zur nicht invasiven, in vivo-Bestimmung des Sauerstoffgehaltes im venösen Blut im Gehirn durch eine spezielle Messsequenz in der Magnetresonanz- Tomographie. Durch einen geringen Unterschied in der magnetischen Empfindlichkeit zwischen dem venösen Blut und dem umgebenden Hirngewebe kommt es zu einer echozeitabhängigen Interferenz zwischen den Signalbeiträgen dieser beiden Komponenten. Diese Überlagerung hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab, die die Forscher in ihrer jetzt prämierten Untersuchung dargestellt und analysiert haben.

Diese Einflussgrößen wurden von den medizinischen Physikern sehr sorgfältig in Simulationen und Phantommessungen untersucht. Sie konnten Modellfunktionen bestimmen, durch die eine sehr gute Übereinstimmung zwischen berechneten und gemessenen Signalverläufen möglich war. Die Anpassung der bei realen Messungen erhaltenen Daten an diese Modellfunktionen erlaubt den Forschern, den Sauerstoffgehalt in den untersuchten Venen exakt zu bestimmen.

"Diese Bestimmung des Sauerstoffgehaltes von venösen Gefäßen im Gehirn kann für die zerebrale Diagnostik wie auch für die Beurteilung des Therapieerfolges in der Strahlentherapie eine Bedeutung bekommen", sagt Arbeitsgruppen- Leiter Prof. Dr. Jürgen R. Reichenbach.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena