Einen bis dato unbekannten Schutzmechanismus des Herzens hat Prof. Levkau von der Universität Duisburg-Essen mit seinen Mitarbeitern aufgeklärt: Als "Schutzengel" für das Herz engagieren sich demnach so genannte High-density Lipoproteine, die im Blut zirkulieren und die Weitung von Blutgefäßen veranlassen können.

High-density Lipoproteine (HDL) werden von der Leber gebildet und ins Blut abgegeben. Schon lange sind sie der Medizin als "Wertmülltransporter" bekannt, die überschüssiges Cholesterin im ganzen Körper einsammeln und zur Leber bringen, wo es weiterverwertet wird. Levkau hat nun erforscht, auf welche Weise HDL auch Herzkranzgefäße und andere Blutgefäße dazu bringen können, sich zu weiten und so ihrer Umgebung eine bessere Blutversorgung und mehr Sauerstoff zukommen zu lassen.

In einer klinischen Studie konnte er zeigen, dass Patienten mit hohem HDL-Plasmaspiegel - vermutlich deshalb - ein geringeres Risiko haben, bei einem Eingriff an den Herzkranzgefäßen Schäden am Herzmuskel zu erleiden. Tierexperimentell belegte er zudem, dass dies nicht nur ein langfristiger Effekt ist, sondern sich das Risiko von Herzmuskelschäden auch kurzfristig senken lässt, indem direkt vor einer Herzoperation HDL oder ein bestimmter Bestandteil der HDL gespritzt wird. Diese Forschungsarbeiten legen die Grundlage für neue Diagnoseverfahren und verbesserte Therapien für verschiedene Herzkrankheiten.

Der Münchner Internist Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Scriba hob bei der Preisverleihung hervor, dass Professor Levkaus Arbeiten ein gutes Beispiel für Forschung seien, bei der Laborergebnisse rasch in klinische Anwendungen umgesetzt würden und so den Patienten zugute kämen.

MEDICA.de; Quelle: Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.