In seiner preisgekrönten Forschungsarbeit stellt Privatdozent Dr. Bruno Scheller, Kardiologe an der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum des Saarlandes, die Entwicklung neuartiger Methoden zur Verhinderung der Wiederverengung nach Kathetereingriffen am Herzen sowie die Ergebnisse der international ersten wissenschaftlichen Untersuchung zum Thema medikamentenbeschichtete Ballonkatheter dar.

Zusammen mit der Charité in Berlin wurde an der Klinik für Innere Medizin III am UKS in Homburg ein Verfahren entwickelt, um einen Ballonkatheter mit einem wachstumshemmenden Mittel, dem Paclitaxel, zu beschichten. Der Wirkstoff wird in die Gefäßwand abgegeben. Ein kurzfristiger Kontakt des Medikaments Paclitaxel mit der Gefäßwand reicht aus.

52 Patienten, bei denen nach der Implantantion eines Stents eine erneute Verengung des Herzkranzgefäßes auftrat, wurden in eine Studie einbezogen. Die Hälfte der Patienten wurde mit einem Paclitaxel beschichteten PTCA Ballonkatheter, die andere Hälfte mit einem normalen PTCA Ballonkatheter behandelt.

Nach sechs Monaten lag die Restenose-Rate bei der Patientengruppe, die mit dem herkömmlichen Ballonkatheter behandelt wurde, bei 41 Prozent. Rund ein Viertel dieser Patienten musste sich erneut behandeln lassen. In der Gruppe der Patienten, die mit dem beschichteten Ballonkatheter behandelt wurde, lag die Restenoserate lediglich bei 9 Prozent. Keiner dieser Patienten musste sich in dieser Zeit einem erneuten Eingriff unterziehen.

Innerhalb eines Jahres nach der Therapie erlitten fast 30 Prozent der standardmäßig behandelten Patienten stärkere gesundheitliche Probleme, wogegen dies in der Gruppe der mit dem beschichteten Katheter behandelten Patienten nur bei sieben Prozent der Fall war.

MEDICA.de; Quelle: Universität des Saarlandes