Leidet ein Patient an einer Infektion mit Helicobacter pylori, verabreicht man in der Regel einen Protonenpumpenhemmer in Verbindung mit zwei Antibiotika. Allerdings versagt diese Therapie in zehn bis 23 Prozent der Fälle. Kommt dann eine Quadrupeltherapie zum Einsatz, lassen sich höhere Eradikationsraten erreichen. Schon lange wird vermutet, dass auch spezielle Joghurtzubereitungen die Eradikation des Helicobacter pylori unterstützen könnten.

Das wurde jetzt in einer Studie untersucht, an der 138 Patienten teilnahmen, die mit Helicobacter pylori infiziert waren. Bei allen hatte die Tripletherapie versagt. Randomisiert unterzogen sie sich einer Quadrupeltherapie oder einer Quadrupeltherapie plus Joghurt. Der Joghurt enthielt Lactobacillus- und Bifidobakterien (AB-Joghurt). Möglicherweise unterdrücken diese Substanzen die Ureasebildung des Heliciobacter pylori oder direkt dessen Wachstum. Zunächst aßen die Patienten vier Wochen lang 400 ml Joghurt pro Tag und erhielten dann eine Woche lang die medikamentöse Therapie. Vor Beginn der Studie und dann im zweiwöchigen Rhythmus wurde bei den Probanden ein 13C-Urease-Atemtest vorgenommen. Der letzte Test fand sechs Wochen nach dem Ende der medikamentösen Therapie statt.

Offenbar hilft der Joghurt tatsächlich, dem Helicobacter pylori den Garaus zu machen: Sowohl im Atemtest als auch in Bezug auf die Eradikationsraten war die Joghurt-Quadrupeltherapie-Gruppe der alleinigen Quadrupeltherapie signifikant überlegen: So lagen die Eradikationsraten bei 85 Prozent versus 71,1 Prozent (p kleiner 0.05).

Nachdem der Nutzen eines probiotischen Joghurts bei der Eradikation des Helicobacter pylori nachgewiesen ist, interessieren sich die Studienleiter jetzt dafür, welche Inhaltsstoffe eines Joghurts beziehungsweise welcher Joghurttyp dem Magen am meisten nutzt.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Clinical Nutrition 2006, Vol. 83, S. 864-869