Schon länger steht die Präeklampsie im Verdacht, kardiovaskuläre Schäden mitzuverursachen. Studien hatten jedenfalls gezeigt, dass sie das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen bei Frauen erhöht. Für den Schlaganfall war das bislang jedoch nicht nachgewiesen worden. Mediziner um Prof. Dr. Cheryl Bushnell, MD, MSc. vom "Duke Center for Cerebrovascular Disease at Duke University Medical Center" in Durham, North Carolina, haben sich nun dieser speziellen Frage gestellt. Für ihre Fall-Kontroll-Studie nutzten sie die Daten der "Duke University Medical Center Perinatal and Health Services Outcomes Database". Darin sind die Daten sämtlicher 42.263 Frauen verzeichnet, die dort zwischen 1979 und 2005 ein Kind bekommen hatten.

Die Wissenschaftler suchten nach verschiedenen Schwangerschaftskomplikationen wie zum Beispiel Präeklampsie, Frühgeburt, Gestationsdiabetes, Oligohydramnion und anderen.

164 Frauen erlitten im Nachbeobachtungszeitraum einen Schlaganfall, durchschnittlich 13,5 Jahre nach der Geburt im Durchschnittsalter von 40,1 Jahren. Man verglich sie mit 311 Frauen, die keinen Schlaganfall erlitten hatten. Jene Frauen, die einen Schlaganfall erlitten, hatten eine 70 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, damals an einer Schwangerschaftskomplikation zu leiden als die Frauen in der Kontrollgruppe (p gleich 0.0059). Allerdings galt dies nicht für alle Komplikationen gleichermaßen. Nur die Präeklampsie und der Schwangerschaftsdiabetes erhöhen offenbar das Insultrisiko (relatives Risiko: 2,04 und 2,44).

Die Studienleiterin vermutet, dass eine Präeklampsie möglicherweise schon früh auf einen Endothelialschaden hinweist, der zugleich auch das Insultrisiko erhöht.

MEDICA.de; Quelle: American Neurological Association 130th Annual Meeting, Abstract 222