Bereits in den achtziger Jahren hat Professor Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg den Bluttest entwickelt und eingeführt. Dank ihm kann heute rasch festgestellt werden, ob ein Patient einen Herzinfarkt hatte.

Der Test, bei dem der Patient auf das Bluteiweiß Troponin T hin untersucht wird, hat die Diagnostik des Herzinfarkts revolutioniert. Die Symptome bei einem Herzinfarkt sind nicht immer eindeutig. S o weisen beispielsweise weder alle Patienten Herzschmerzen auf, noch ist jeder EKG verändert. Daher kommt Bluttests ein hoher Stellenwert zu. Doch frühere Tests, die Enzym im Blut gemessen haben, waren langsam und nicht spezifisch genug.

Bereits Ende der 70er Jahre hat Professor Katus an der Harvard Medical School in Boston begonnen, empfindliche Bluttests zu entwickeln. Nachdem er nach Heidelberg zurückgekehrt war, fand er das Eiweiß Troponin T. Es kommt nur im Herzmuskel vor, bei seiner Schädigung tritt es ins Blut über und ist im Blut gesunder Menschen nicht zu finden. Heutzutage wird der von ihm entwickelte Test weltweit eingesetzt.

Professor Katus stellte weiterhin fest, dass Patienten mit einem erhöhten Troponin T auch bei völlig normalem EKG eine hohe Sterblichkeit haben und von einer Hemmung der Blutgerinnung und Herzkatheterbehandlung profitieren. Aufgrund dieser Ergebnisse haben die kardiologischen Fachgesellschaften in Europa und den USA die Troponinerhöhung zum Goldstandard der Infarktdiagnostik erklärt.

Professor Katus wurde der Preis am 24. Juli 2006, im Rahmen der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Chemie, verliehen.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg