"Für die Erforschung der kausalen Beziehungen zwischen den neurophysiologischen Mechanismen des Gehirns und kognitiven Fähigkeiten, wie zum Beispiel Lernen und Gedächtnisbildung" bekommt der Bochumer Biopsychologe Prof. Onur Güntürkün den Sonderpreis 2007 des Wissenschaftlichen und Technischen Forschungsrats der Türkei (TÜBITAK). Das ist das türkische Äquivalent der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Im Mittelpunkt des Forschungsprogramms von Onur Güntürkün stehen die neuronalen Grundlagen von Lernen, Gedächtnis und Wahrnehmung. Ausgehend vom Modell der Taube, inzwischen ausgedehnt auf andere Tierspezies und den Menschen, konzentrieren sich seine Forschungsarbeiten zum einen auf die neuronalen Grundlagen von Hirnasymmetrien und Faktoren, die die Entwicklung und Ausprägung der Lateralisierung (Links-Rechts-Unterschiede) verschiedener Funktionen beeinflussen. Zum anderen betreffen sie neuronale Grundlagen von Lernen, Arbeitsgedächtnis und Wahrnehmung.

Dabei steht der präfrontale Cortex des Gehirns im Vordergrund - das ist der Ort im vorderen Teil der Hirnrinde, an dem die komplexesten Denkprozesse ablaufen. Das Spektrum der Forschung von Onur Güntürkün reicht von der molekularbiologischen Ebene über die neurophysiologische Ebene bis hin zu kortikalen Korrelaten komplexer kognitiver Prozesse beim Menschen (Entscheidungsfindung, kreatives Denken, Risk-taking).

Jedes Jahr zeichnet die TÜBITAK entweder einen in der Türkei arbeitenden ausländischen Wissenschaftler oder einen im Ausland tätigen türkischen beziehungsweise türkisch-stämmigen Wissenschaftler für herausragende wissenschaftliche Leistungen mit hoher Sichtbarkeit aus. Der Sonderpreis ist mit rund 13.000 Euro dotiert.

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum