In den vergangenen Jahrzehnten wurden die verschiedensten Parameter untersucht in Bezug auf ihre Auswirkungen auf die Prognose beim Mammakarzinom. Unter anderem stellte sich auch die Frage, ob das Geschlecht des ersten Kindes einer Frau die Karzinomprognose positiv oder negativ beeinflusst. Verschiedene Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eine alte Studie aus dem Jahre 1978 hatte zum Beispiel Hinweise darauf gegeben, dass Frauen eine bessere Überlebenschance haben, wenn ihr erstes Kind ein Junge ist. Weitere Untersuchungen konnten das aber nicht bestätigen.

Nun hat sich eine internationale Arbeitsgruppe um die Wissenschaftler Dr. Lukman Thalib von der Kuwait University und Dr. Per Hall vom Karolinska Institute in Stockholm, Schweden, dieser Frage angenommen. Sie analysierten Daten aus verschiedenen Datenbanken, den „Swedish Cancer Registry“, „Cause of Death Registry“, „Swedish Generation Registry“ und das „Registry of Population and Population Changes“. Diese Datenbanken enthalten Daten von 32.003 Frauen, die nach 1931 geboren wurden und bei denen zwischen 1958 und 1997 ein primäres Mammakarzinom diagnostiziert wurde.

23.476 der betroffenen Frauen hatten vor der Karzinomdiagnose mindestens ein Kind geboren. 2.732 dieser Frauen bekamen nur ein Kind, nämlich einen Jungen, und 2.497 Frauen nur eine Tochter. Als man diese beiden Subgruppen in Bezug auf die Prognose ihres Mammakarzinoms untersuchte, zeigten sich keinerlei signifikante Unterschiede. Auch der Einschluss verschiedener anderer Faktoren wie Alter bei der Geburt, Zeit zwischen Geburt und Karzinomdiagnose und andere änderten nichts an der Erkenntnis: Das Geschlecht eines ersten Kindes hat keinerlei Einfluss auf die Prognose eines späteren Mammakarzinoms bei der Mutter.

MEDICA.de; Quelle: International Journal of Cancer 2006, Vol. 118, S. 1515-1518