Prognostischer Indikator identifiziert

Der Spiegel des Tumor-Nekrose- Faktors alpha (TNF-alpha) in den Ablagerungen an verengten Blutgefäß-Wänden, so zeigt eine aktuelle Studie, dürfte eine gute Prognose für die Zukunft ermöglichen. Risikopatienten, so berichtet Prof. Dr. Gerd Heusch, Direktor des Instituts für Pathophysiologie der Universität Essen, könnten damit identifiziert werden und von einer angemessenen Prophylaxe profitieren.

"Die Plaque wurde durch den gleichen Katheter, der zur Stent-Setzung ohnehin nötig ist, abgesaugt und analysiert", erläutert Prof. Heusch. "Fünf Monate später zeigte sich bei der Nachuntersuchung: Die durch den Stent geöffneten Gefäße verkalkten umso rascher ein weiteres Mal, je mehr Zytokin TNF-alpha wir davor in der Plaque nachweisen konnten. Wir haben offenbar einen prognostischen Indikator gefunden, den wir den Klinikern zur besseren Versorgung der konkreten Patienten zur Verfügung stellen können."

Der "Tumor-Nekrose-Faktor" (TNF) ist im gesunden Körper ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems, er bekämpft unter anderem Krebszellen und ruft gegen bestimmte Eindringlinge eine unspezifische Entzündungsreaktion hervor. Läuft seine Produktion aus dem Ruder, kann TNF-alpha jedoch auch gesunde Zellen attackieren.

Untersucht wurden im Rahmen der Studie 18 Patienten, deren Herzkranzarterie schon einmal durch einen Teil der Beinvene ersetzt werden musste, und deren Bypass nun abermals zu verstopfen drohte. Hält dieses neue Prognose-Instrument weiteren Überprüfungen stand, und zeigen sich auch jene Schwellenwerte, ab denen das höhere Risiko der Wiederverkalkung angenommen werden muss, so Prof. Heusch, "können wir gefährdeten Patienten sowohl durch die Hemmung der an der Plaque-Bildung beteiligten Blutplättchen (Thrombozyten) als auch durch Lipid-senkende Therapien einen deutlich verstärkten Schutz bieten, der die stärkeren Nebenwirkungen in diesem Fall eben auch rechtfertigt."

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.