Prohibitin kontrolliert Krebswachstum

Wie Mondamin in der Soße: Prohi-
bitin steuert die Klümpchenbildung
der Krebszellen; © MPG

Nach Aussagen von Thomas Rudel und seinem Team der Abteilung Molekulare Biologie am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie spielt dieses Protein eine übergeordnete Rolle bei Vorgängen, die für die Entstehung bösartiger Tumore verantwortlich sind.

Das in Krebszellen häufigste Schalterprotein, das unkontrolliertes Wachstum auslöst, sei das Ras-Protein, das in seiner entarteten Form nicht nur das Wachstum von Tumoren, sondern auch die Metastasenbildung anrege, so die Hintergrundinformationen des MPG. Daran sei ein Protein namens Prohibitin maßgeblich beteiligt. Ein Hauptweg, über den Ras seine transformierende Aktivität vermittele, sei das Raf-Gen, das selbst in einer Vielzahl menschlicher Tumore verändert vorkomme.

Bei zahlreichen Krebsarten verursache ein ständig aktivierter Ras-Signalweg ein entartetes Zellwachstum, so die Forscher. Diese Veränderungen führten schließlich dazu, dass sich Krebszellen aus dem Zellverband lösen, im Körper beginnen umher zu wandern und neue Tochtertumore ausbilden.

Die Berliner Wissenschaftler entdeckten bei ihrer systematischen Suche nach Genen, die an der Krebsentstehung beteiligt sind, das Prohibitin als wichtiges Glied in der von Ras kontrollierten Signalkette. Wird die Bildung von Prohibitin in Tumorzellen verhindert, stellten diese ihr Umherwandern ein und verbinden sich wieder mit ihren Nachbarzellen, so Rudel. Ohne Prohibitin bildeten Krebszellen große Zellklumpen.

„Prohibitin ist für die Aktivierung des ersten Gliedes des Ras-Signalweges, des Raf-Proteins, verantwortlich. Weil selbst daueraktives Ras-Protein ohne Prohibitin keine tumorfördernde Signale aussenden konnte“, hoffen die Forscher, „dass man in Zukunft Tumorerkrankungen durch die Hemmung von Prohibitin therapieren kann.“

MEDICA.de; Quelle: Max-Planck-Gesellschaft