Projektmanagement in der Medizintechnik: Experten fordern einheitliche Standards

10.10.2014
Foto: Finger zeigt auf Wortblase "Projektmanagement"

Zum Gelingen eines Projektes gehört auch in der Medizintechnikbranche ein gutes Projektmanagement; © panthermedia.net / Jean Petrahn

In der Medizintechnikbranche entscheidet ein umfassendes und individuelles Projektmanagement zunehmend über Erfolg und Misserfolg von Unternehmen. Dabei spielt vor allem die Einführung verbindlicher Projektmanagementstandards in den meist kleinen und mittelständischen Unternehmen der Branche eine zentrale Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Marktstudie „Projektmanagement in der Medizintechnik“ der Wiesbadener Technologie- und Beratungsgesellschaft Invensity.

Matthias Welge, Projektmanagement Experte, erklärt: „Unternehmensweite Standards schaffen eine einheitliche Sprache, mit der Herausforderungen deutlich präziser adressiert und Projekte effektiver und kontinuierlicher zum Erfolg geführt werden können.“

Die Standards ermöglichen es Unternehmen zudem, flexibler und zielgerichteter auf die branchenweit größer und komplexer werdenden Projekte und Prozesse zu reagieren. Der Grund für diese Entwicklung liegt vor allem in der für 2014 geplanten neuen Medizinprodukteverordnung (Medical Device Regulation, MDR): Die MDR ist mit strengeren und langwierigeren Regularien bei der Markteinführung neuer Produkte verbunden – die Experten erwarten in der gesamten Medizintechnikbranche deutliche Verzögerungen in der Time-to-Market und dem Return on Investment. Welge ist überzeugt: „Insbesondere KMUs können sich dieser Entwicklung nicht länger verschließen. Die richtigen Maßnahmen zur Standardisierung und Professionalisierung des Projektmanagements können sich für viele Unternehmen schon in naher Zukunft als überlebenswichtig erweisen.“

So sorgt bereits eine durchgängige Toolkette für effizientere Prozesse und zusätzliche Transparenz. Die Auswahl der Tools ist von der Projektgröße abhängig: Für kleinere Projekte reicht meist eine verknüpfte Excel-Lösung, mit der das Projektteam alle wichtigen Aspekte abbilden kann. Größere Projekte setzen hingegen weitere Funktionen wie umfangreiche Ressourcenplanungen und automatische Reportgenerierungen voraus – hier raten die Experten zu spezialisierter Software.

Zudem gilt es, die Auswirkungen von Änderungen auf Zeit, Qualität und Kosten genau zu analysieren. Den Hauptgrund für das Scheitern vieler Projekte sieht Welge in der mangelhaften oder fehlenden Ausgestaltung eines solchen Änderungsmanagements: „Medizintechnische Projekte sind geprägt von kontinuierlichen Veränderungen, neuen Prioritäten und Änderungswünschen der Stakeholder. Nur wer frühzeitig ein professionelles Änderungsmanagement etabliert, kann strukturiert und flexibel auf diese Einflüsse reagieren.“

MEDICA.de; Quelle: Invensity