Prostataoperation mit neuem Laserverfahren schonender

Bunt wird's bei der Prostata-OP
mit grünem Laser
© HELIOS Kliniken

Die bisher etablierte Operationsmethode, die transurethrale Resektion, ist zwar sehr wirksam, aber mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Die Nachteile sind Blutungen und schwere Störungen des Salzhaushalts durch das Einschwemmen von Spülflüssigkeit.

"Diese Nachteile gehören der Vergangenheit an", sagt Privatdozent Dr. med. Gralf Popken, Chefarzt der Urologischen Klinik des HELIOS Klinikums Berlin-Buch, der seit einigen Wochen den Laser im grünen Lichtbereich einsetzt und bisher 20 Patienten operiert hat.

"Das Verfahren entfernt das störende Gewebe effektiv, aber wesentlich schonender", hebt Popken hervor. Mit der Spitze des Lasers wird das überflüssige Gewebe stark erhitzt und verdampft fast blutungsfrei. Schon kurz nach dem Eingriff könne der Patient wieder beschwerdefrei Wasser lassen, so der Chirurg. Nach dem Eingriff ist nur noch für wenige Tage etwas Blut im Urin, das Brennen beim Wasserlassen verschwinde mit der Wundheilung. Auf Sexualität und Potenz habe das neue Verfahren keine negativen Auswirkungen.

Nach Angaben der Helios-Kliniken können die Patienten die Klinik nach drei bis vier Tagen verlassen. Bei der transurethralen Resektion hingegen mussten die Patienten acht Tage in der Klinik bleiben. Zum Skalpell müssen die Urologen nicht greifen. Der Zugang mit den endoskopischen Operationsgeräten und einer Videokamera zur Prostata erfolgt über die Harnröhre. Die Kamera überträgt Bilder auf einen Monitor, so dass die Urologen ein sehr übersichtliches Operationsfeld besitzen.

Nach Einschätzung von Popken kann bei jedem zweiten Patient das neue Gerät eingesetzt werden. Allerdings nicht zur Behandlung von Prostatakrebs. Beim Verdampfen kann kein Gewebe zur histologischen Untersuchung entnommen werden. Daher muss sicher sein, dass die Prostata-Veränderung auf jeden Fall gutartig ist. Die Kosten werden wie bei der etablierten transurethralen Resektion von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

MEDICA.de; Quelle: Helios Research Center GmbH