Proteine besser analysieren

Foto: Passiermühle

Die neue Filtertechnik funktioniert
ähnlich wie eine Passiermühle

Die neuartige Filtertechnik ist unempfindlich gegenüber Verunreinigungen und leicht automatisierbar. Die neue Methode erlaubt auch die Extraktion zuvor schwer zugänglicher Proteine.

Wer wissen will, was in einer Zelle vor sich geht, muss ihre Proteine untersuchen - diese verleihen den Zellen nicht nur ihre Struktur, sondern sie sind auch an allen Lebensvorgängen beteiligt. Bevor Proteine im Massenspektrometer analysiert werden können, müssen sie aber erst aus der Probe extrahiert und in kleinere Stücke, sogenannte Peptide, zerlegt werden. Bisher war hierfür meist eine Kombination verschiedener Methoden notwendig, und manche Proteine blieben trotzdem schwer zugänglich.

Den Forscher des MPI gelang es, diese Probleme mit Hilfe einer neuen Methode zu überwinden. Zunächst lösten die Wissenschaftler die Proteine mit einem starken Lösungsmittel aus der Probe. Da die Lösungsmittel dann an den Proteinen "kleben", müssen sie anschließend aus der Probe entfernt werden. Dies geschieht durch das neu entwickelte Filterverfahren: Hier werden die Lösungsmittel mit Harnstoff ausgewaschen, während die sperrigen Proteine im Filter hängen bleiben.

"Anschließend funktioniert der Filter so ähnlich wie eine Passiermühle, in der beispielsweise Äpfel zerrieben werden", erklärt Professor Jacek Wisniewski. Die Proteine werden noch im Filter durch Enzyme "verdaut", das heißt, in kleinere Peptide zerlegt, die dann den Filter passieren können, während Verunreinigungen zurückgehalten werden. Heraus kommen reine Peptidmischungen, und auch die Proteinausbeute ist exzellent, wie Wisniewskis Versuche zeigten.

Mit Hilfe der neuen Methode ist es den Forschern am MPI bereits gelungen, mehr als 7000 Proteine aus menschlicher Gewebekultur zu bestimmen.

MEDICA.de; Quelle: Max-Planck-Institut für Biochemie