Das sagen Dr. Ravi Thadhani und seine Arbeitsgruppe vom Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School in Boston, USA. Zehn Jahre lang untersuchten sie den Urin von 62 Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 2, die zu Beginn der Studie völlig normale Urin-Albuminwerte hatten.

Bei allen Patienten analysierte die Arbeitsgruppe eine ganze Reihe von Proteinen, die mit dem Urin ausgeschieden werden. Als man diese Werte bei jenen Patienten, die später an einer diabetischen Nephropathie erkrankten, mit den Werten jener Patienten verglich, die von einer solchen Nephropathie verschont blieben, zeigte sich: Es gibt offensichtlich eine Gruppe von zehn Proteinen, die bereits ein Jahrzehnt vor der Entstehung einer diabetischen Nephropathie erhöht sind.

Diese zehn Proteine haben eine Vorhersagegenauigkeit von 74 Prozent, eine Sensitivität von 71 Prozent und eine Spezifität von 76 Prozent, und zwar unabhängig von den HbA1c-Werten zu Beginn der Studie.

Studienleiter Dr. Ravi Thadhani weist darauf hin, dass seine Studie relativ klein war. Weitere und größere Untersuchungen müssen nun klären, wie robust diese Ergebnisse sind und ob die zehn identifizierten Proteine tatsächlich dazu taugen, im „proteomic profiling“ als Risikomarker einer diabetischen Nephropathie zu dienen.

Sollte sich dies bewahrheiten, dann hätten Ärzte ein wertvolles Instrument an der Hand, um bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 rechtzeitig rechtzeitig die Risikopatienten für eine diabetische Nephropathie herauszufinden. Damit wäre dann auch ein rechtzeitiges Eingreifen möglich.

MEDICA.de; Quelle: Diabetes Care 2007, Vol. 30, S. 638-643