In einer Meta-Analyse werteten Forscher methodisch hochwertige Studien über die Wirksamkeit psychoanalytisch orientierter Therapien zusammenfassend aus. Das Ergebnis einer Meta-Analyse hängt erheblich von der Qualität der einbezogenen Studien ab. Aufgenommen wurden deshalb in diese Meta-Analyse nur solche Studien die hohen methodischen Anforderungen genügen. Dies sind insbesondere randomisierte und kontrollierte Studien. Außerdem durfte in den Studien nur jeweils ein spezifisches Krankheitsbild behandelt werden.

Nach den Ergebnissen hilft die psychoanalytisch orientierte Therapie unter anderem bei Patienten mit Angststörungen, depressiven Störungen, post-traumatischen Belastungsstörungen, Essstörungen (Anorexie und Bulimie), Suchterkrankungen (wie Opiat-Abhängigkeiten), Persönlichkeitsstörungen (wie der Borderline-Persönlichkeitsstörung) sowie bei somatoformen Störungen. Die Therapie verringert die Symptome dieser Krankheiten sowie mögliche Begleitsymptome stark.

Dies gilt auch für die mit den psychischen Erkrankungen verbundenen sozialen Beeinträchtigungen im Berufs- und Privatleben. Die Therapieerfolge nehmen sogar nach Ende der Therapie weiter zu. Patienten, die gar nicht behandelt werden oder eine psychiatrische Standardbehandlung erhalten haben, zeigen dagegen einen deutlich geringeren Therapieerfolg.

Psychoanalytisch orientierte Therapie erwies sich nach den Ergebnissen der Meta-Analyse außerdem als ebenso gut wirksam wie beispielsweise Verhaltenstherapie. Derzeit untersucht die gleiche Forschergruppe die Behandlung von Patienten mit Generalisierter Angststörung. Die Studie vergleicht den Erfolg der psychoanalytisch orientierten Therapie mit dem der kognitiven Verhaltenstherapie.

MEDICA.de; Quelle: Archives of General Psychiatry 2005, Vol. 61, S. 1208-1216