Psychologische Betreuung hilft Herzchirurgie-Patienten

02.07.2014
Foto: Psychologin tröstet eine Patientin

Psychologische Interventionen bei herzchirurgischen Eingriffen reduzieren die psychische Belastung von Patienten; ©pressmaster/ panthermedia.net

Psychologische Interventionen bei herzchirurgischen Eingriffen reduzieren die psychische Belastung von Patienten. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte Meta-Analyse, für die Psychologen des Universitätsklinikums Jena 19 Studien mit über 2000 Patienten auswerteten.

Operationen am offenen Herzen gehen häufig mit psychischen Belastungen einher, wie beispielsweise vermehrten Ängsten und erhöhter Depressivität. Psychologische Interventionen sind in diesem Zusammenhang darauf ausgerichtet, das Wissen der Patienten über den Eingriff und seine Folgen zu erhöhen, operationsbezogene Ängste und Befürchtungen abzubauen, Schmerzen zu reduzieren und die Genesung nach dem Eingriff zu fördern. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, wie beispielsweise Entspannungsverfahren, Informationsvermittlung oder Hypnotherapie.

In einer Meta-Analyse, die jetzt in der Cochrane Database of Systematic Reviews veröffentlicht wurde, untersuchten die Jenaer Psychologinnen Dr. Susan Koranyi und Dr. Jenny Rosendahl vom Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie des Jenaer Uniklinikums die Wirksamkeit verschiedener psychologischer Interventionen bei Herzoperationen. Sie fassten dafür die Ergebnisse von 19 Studien mit insgesamt 2164 Patienten zusammen, die psychologische Unterstützung zusätzlich zur Routinebehandlung vor oder nach einer Operation am offenen Herzen wie beispielsweise einer Herzbypass-Operation erhalten hatten.

„In der Zusammenfassung der Studien erwiesen sich die psychologischen Unterstützungsmaßnahmen als wirksam, um Ängste und Depressivität zu reduzieren“, so die Autorinnen. Dieser Effekt hielt nachweislich auch nach der Entlassung an. Dagegen konnten keine Belege gefunden werden, dass psychologische Unterstützung im Rahmen des stationären Aufenthaltes der Patienten die Intensität der Schmerzen senkt. Aussagen über die positive Wirkung der Interventionen auf die Mobilität der Patienten nach der Operation und den Schmerzmittelverbrauch waren aufgrund der mangelhaften Studienlage nicht möglich.

Koranyi: „Psychologische Interventionen sind ein kostengünstiges und nebenwirkungsarmes Instrument, dessen Potential weiter überprüft werden sollte. Es sind daher neue Studien nötig, um ihre Wirksamkeit auf Schmerzen und verschiedene Genesungsparameter nach Herzoperationen zu untersuchen, und so die Frage nach deren Nutzen umfassend beantworten zu können.“

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Jena