Psychologische Hilfe mit PC gestütztem Fragebogen

Digitaler Fragebogen erfasst
seelische Belastung; © Hemera

"Eine optimale psychologische Betreuung erleichtert es den Betroffenen, ihre Diagnose, die notwendigen Untersuchungen und Behandlungen zu akzeptieren sowie ihre psychischen Belastungen zu vermindern", erklärt Professor Dr. Peter Herschbach, Institut für psychosomatische Medizin, Psychotherapie und medizinische Psychologie der TU München.

Fragebögen sollen helfen, besonders belastete Patienten zu erfassen. "Insbesondere für Krebs-Patienten während der Strahlentherapie fehlen spezifische Verfahren, die Betreuungsbedürftige rasch und zuverlässig erkennen helfen", so Herschbach.

Im Rahmen des Forschungsprojekts werden jetzt die Machbarkeit und der Nutzen der so genannten computergestützten Psychodiagnostik unter Routinebedingungen untersucht: Ein spezifischer Fragebogen ist dabei auf einem Laptop installiert. Über diesen "Tablet-PC" beantwortet der Patient die Fragen. Der Fragebogen bezieht neben den spezifischen Aspekten der strahlentherapeutischen Behandlung auch die Gesamtsituation des Betroffenen mit ein. Befragt werden 480 Krebs-Patienten während einer Strahlentherapie sowie Ärzte und Pflegekräfte.

Die Auswertung ist sofort zugänglich, und die Ärzte erhalten schnell ein Belastungsprofil des Betroffenen. Ist dabei ein bestimmter kritischer Wert überschritten, wird ein Psycho-Onkologe hinzugezogen, der den Patienten dann gezielt behandelt. "Seit einigen Jahren gewinnt die computergestützte Psychodiagnostik in der Medizin immer mehr an Bedeutung", erläutert Professor Herschbach. "In der Onkologie wird diese Methode allerdings erst seit wenigen Jahren und fast ausschließlich in angelsächsischen Ländern eingesetzt."

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V.