Psychosomatik-Professor erhält Förderpreis

Löwe, Leitender Oberarzt an der Heidelberger Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin ist für seine Forschungsergebnisse sowie das Engagement im Bereich der Nachwuchsförderung ausgezeichnet worden. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis geht jedes Jahr im Wechsel an Nachwuchswissenschaftler aus den Fachgebieten Alternsforschung, Chirurgie und Psychosomatik für herausragende Leistungen zu innovativen interdisziplinären Fragestellungen.

Diese stellte der Arzt und Diplompsychologe unter anderem in einer Studie mit Patienten mit Lungenhochdruck, einer Erkrankung der Blutgefäße in der Lunge, unter Beweis. Wer kaum unter den typischen Symptomen des Lungenhochdrucks - Schwindelgefühle, Luftnot, verringerte Leistungsfähigkeit und Ohnmachtsanfälle - leidet, wird seltener psychisch krank als Patienten, die die Symptome bereits spüren, wenn sie sich kaum bewegen.

Besonders auffällig: Nur etwa jeder Vierte, der unter einer Depression oder Angststörung litt, wurde deswegen ärztlich behandelt. "Viele Patienten erzählen den Ärzten nichts von ihren Problemen", erklärt Löwe, "denn sie denken, der Arzt erwarte eher, dass sie ihm von ihren körperlichen Beschwerden berichten". Da die meisten Mediziner zudem unter Zeitdruck stünden, würde über seelische Beschwerden oft gar nicht erst gesprochen. Damit sich dies ändert, hat Löwe einen Fragebogen entwickelt, mit dem sich in kurzer Zeit feststellen lässt, ob und wie stark jemand von einer Depression oder einer Angststörung in Mitleidenschaft gezogen ist.

Damit sich künftig möglichst viele angehende Ärzte mit dem Thema der Erkennung von psychischen Krankheiten auskennen, hat Löwe sich in einem dritten Schwerpunkt seiner Arbeit mit der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beschäftigt. Er entwickelte ein Förderprogramm, in dem ausgewählte junge Wissenschaftler die Methoden der patientenorientierten Forschung lernten.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg