Qualifizierte Beschäftigte sind inzwischen ein entscheidender Wettbewerbsfaktor der stark exportorientierten Medizintechnikbranche in Deutschland. Um auf globalen Märkten mit innovativen Produkten weiterhin eine führende Position einzunehmen, ist eine immer bessere Qualifizierung nötig und zwar auf allen Ebenen: vom Fachangestellten und -arbeiter über Meister beziehungsweise Techniker bis hin zum akademischen Personal. Neben den fachlichen Qualifikationen sind zunehmend soziale, personale und kommunikative Kompetenzen gefragt.

Das zeigen die Ergebnisse eines Forschungsprojekts, in dem das Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum (RUB) regionale Innovations- und Qualifizierungsstrategien in der Medizintechnikbranche untersuchte.

In Expertengesprächen mit verschiedenen Akteuren auf Hersteller- und Anwenderseite der Medizintechnik, mit Verbandsvertretern, Wissenschaftlern sowie in einer schriftlichen Vollerhebung von Unternehmen und Anwendern in vier Untersuchungsregionen in Deutschland stellte sich ein stetiger Qualifizierungsbedarf von Mitarbeitern in der Aus- und Weiterbildung heraus. Erweiterte Aufgabenspektren charakterisieren die Jobs von morgen.

Nach Einschätzung von Christa Schalk (IAT) und Katja Fox (RUB) ist die Entwicklung neuer Berufsbilder derzeit aber nicht geeignet, den Anforderungen der Branche wirkungsvoll und nachhaltig zu begegnen. Im Gegenteil: neue Berufe würden den ohnehin unübersichtlichen "Dschungel" an Qualifikationen weiter verstärken und eher zu einer Ab- als zu einer Aufwertung insbesondere der dualen und fachschulischen Ausbildungen führen. Die zukünftigen Qualifizierungsstrategien in der Medizintechnikbranche können mit der Reformierung und Weiterentwicklung der bestehenden Berufsbilder bewerkstelligt werden.

MEDICA.de; Quelle: Institut Arbeit und Technik