Das haben Wissenschaftler der University of Alberta in Edmonton, Kanada, herausgefunden. Sie untersuchten mit Hilfe einer speziellen Magnetresonanzspektroskopie die N-acetylaspartylglutamate (NAA)- und Myo-Inositol (Ins)-Werte aus dem motorischen Cortex von 17 Patienten mit Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) sowie 15 gesunden Kontrollpersonen. Weder das NAA noch das Ins alleine konnten Patienten mit einer ALS mit ausreichender Sicherheit von gesunden Patienten unterscheiden. Außerdem bestimmten sie die Werte weiterer Substanzen, die möglicherweise als Biomarker in Frage gekommen wären, so etwa Phosphocreatin und andere.

Lediglich der Quotient aus NAA und Ins (NAA/Ins) erreichte eine grenzwertig signifikante Korrelation mit der "ALS Functional Rating Scale (ALSFRS)", einer Skala zur Bestimmung von ALS-Beschwerden. Zwischen diesem Score und den anderen Biomarkern gab es keinerlei signifikante Korrelation.

Aufgrund der hohen Sensitivität und Spezifität scheint sich der NAA/Ins-Quotient als Biomarker für neurodegenartive Veränderungen und die Frühdiagnose der ALS zu eignen. Von NAA weiß man ja, dass es neurodegenerative Prozesse anzeigen kann. Warum aber der Ins-Wert ansteigt und der Quotient somit kleiner wird, verstehen die Wissenschaftler selbst noch nicht ganz genau.

Allerdings muss dieses Ergebnis nun in weiteren Studien verifiziert werden. Die Studienleiter fordern vor allem größere Untersuchungen mit Patienten, die an progressiven Erkrankungen des motorischen Systems und Muskelatrophien leiden. Nur so können die Spezifität und der prädiktive Wert des NAA/Ins-Quotienten für bestimmte Erkrankungen und insbesondere die Frühdiagnose der Amyotrophen Lateralsklerose bewertet werden.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Neurology 2006, Vol. 63, S. 1144-1148