Röntgen bei Hüftarthrose nur bedingt aussagestark

Kein optimales Orakel bei der
Osteoarthrose: die Röntgenanalyse
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Es ist wichtig, jene Osteoarthrose-Patienten zu identifizieren, bei denen die Erkrankung rasch voranschreitet. Zum einen sind solche Hochrisikopatienten potentielle Teilnehmer von Studien, zum anderen kämen sie in Frage für krankheitsmodifizierende Wirkstoffe. Außerdem kann man Patienten, deren Erkrankung nicht vorangeschritten ist, beruhigen.

Bislang wurde kein Konsens darüber erzielt, wie eine Progression der Hüftarthrose zu definieren ist. In einer Studie wurde daher nun untersucht, mit Hilfe welcher Variablen sich Hochrisikopatienten in Bezug auf eine Hüftarthrose identifizieren lassen.

An dieser Untersuchung in der Region Ommoord, Niederlande, nahmen 1.904 Männer und Frauen im Alter über 55 Jahre teil. Alle hatten eine Osteoarthrose, deren Wert nach Kellgren und Lawrence mindestens im Stadium 1 war. Zu Beginn der Studie sammelten die Leiter von allen Patienten Daten, die möglicherweise im Laufe der Studie Hinweise auf eine Krankheitsprogression geben könnten. Unter anderem wurden die Patienten regelmäßig während des sechsjährigen Follow-Up einer Röntgenuntersuchung unterzogen.

Bei 13,1 Prozent der Patienten konnte man eine Verschlechterung der Osteoarthrose radiologisch nachweisen (Verminderung der Gelenkspaltbreite um mindestens einen Millimeter während des Follow-Up). Weit aussagekräftiger als das Röntgen war jedoch der Kellgren/Lawrence-Score, wenn es darum ging, eine Verschlechterung der Erkrankung vorherzusagen. Das galt vor allem für Patienten, die zu Beginn der Studie unter Schmerzen litten.

Die Röntgenaufnahme ist dennoch sinnvoll, wie die Studienautoren betonen. Sie kann wertvolle Hinweise zum Krankheitsverlauf geben.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 330, S. 1183