16.06.2011

Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS

Röntgenblick ins Material

Das Erlanger Fraunhofer-Institut ISS eröffnet eine Projektgruppe in Würzburg

Das Erlanger Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS ist in der Welt bekannt. Weniger, weil das Institut mit mehr als 750 Mitarbeitern heute das größte Institut der Fraunhofer-Gesellschaft ist. Sondern mehr, weil seine Forscher sogenannte Audiokodierverfahren entwickelten, 1987 den Durchbruch bei der Kompression von Audiosignalen schafften und den ersten in Echtzeit arbeitenden Vorläufer des MP3-Players vorstellten.

Audio und Multimedia, Bildsysteme, Kommunikationssysteme, Logistik, Navigation, Medizintechnik, optische Prüfsysteme, Röntgentechnik und Sensorik sind Geschäftsfelder des IIS. Und den Bereich Röntgentechnik wird das Erlanger Institut künftig in Würzburg vorantreiben: Zusammen mit dem neuen Lehrstuhl für Röntgenmikroskopie der Uni Würzburg wird eine neue Projektgruppe Verfahren entwickeln, mit der Material zerstörungsfrei geprüft werden kann.

Der Freistaat Bayern unterstützt die Wissenschaftler mit einer Fördersumme von insgesamt drei Millionen Euro. Am Montag brachte Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel den Förderbescheid nach Würzburg. Mit der Gründung der Fraunhofer- Projektgruppe werde auch die außeruniversitäre Forschung am Standort gestärkt, sagt Hessel. „Wir befinden uns damit auf dem besten Wege, eine neue Forschungseinheit in Würzburg zu etablieren.“ Davon würden nicht nur die Forscher, sondern auch die Unternehmen der Region profitieren. „Für sie steht nämlich die neue Forschungseinheit von nun an als Kooperationspartner und Innovationstreiber zur Verfügung.“

Im Mittelpunkt stehen Prüfverfahren im Mikro- und Nanobereich: Während die Fraunhofer-Forscher neue Laborsysteme entwickeln und aufbauen sollen, beschäftigen sich die Uni-Mitarbeiter mit der Grundlagenforschung rund um die höchstauflösende Röntgenbildgebung und Nanocomputertomografie. Der Lehrstuhlinhaber und Projektgruppenleiter, Professor Randolf Hanke, ist zugleich stellvertretender Institutsleiter des IIS.

Auch räumlich werden der Lehrstuhl für Röntgenmikroskopie und die Fraunhofer-Projektgruppe in Würzburg eng verbunden sein: Sie ziehen auf den neuen Uni-Campus „Hubland Nord“, in die ehemalige Elementary School der US-Amerikaner. Noch wird dort umgebaut, ab September wollen die Forscher dann hier Laborsysteme entwickeln, mit denen selbst kleinste Mikro- und Nanostrukturen untersucht werden können. Dazu arbeiten sie unter anderem an der Entwicklung einer neuen Nanocomputertomografie-Anlage. Um Gussfehler, Oxideinschlüsse oder Gasporen bei der Produktion früh zu erkennen, müssen die Bauelemente Materialien damit nicht mehr aufgeschnitten und zerstört werden.