Die Computertomografie hat sich in jüngster Zeit als relativ robustes nichtinvasives Verfahren zur Darstellung der Koronararterien erwiesen. Unter gewissen Voraussetzungen lassen sich auch atherosklerotische Plaques der Koronararterien mittels CT darstellen. Verkalkte Plaques lassen sich relativ leicht entdecken. Für die Darstellung nicht-verkalkter Plaqueanteile ist die intravenöse Gabe von Kontrastmittel erforderlich, ebenso muss die Bildqualität optimal sein.

Die Dual-Source-Computertomografie (DSCT) erlaubt durch den gleichzeitigen Einsatz von zwei Röntgenröhren und Detektoren einerseits eine sehr hohe Zeitauflösung (83 ms), andererseits auch die gleichzeitige Bildgebung mit zwei verschiedenen Röntgen-Energien („Dual Energy“). Um das Potenzial der DSCT zur Klassifikation atherosklerotischer Plaques zu untersuchen, analysierten Wissenschaftler den Einfluss der Röntgenstrahlencharakteristik auf die CT-Absorption atherosklerotischer Plaquekomponenten.

Menschliche Koronararerien mit insgesamt 39 atherosklerotischen Plaques wurden post-mortem entnommen und mit verdünntem Kontrastmittel (20 mg Jod/ml) kontinuierlich perfundiert. Danach untersuchte man die Arterien mittels eines 64-Zeilen-CT, jeweils mit einer Röhrenspannung von 80 kV und 140 kV.

Es fand sich ein signifikanter Einfluss der Röhrenspannung auf die CT-Absorption im Gefäßlumen und in verschiedenen Plaque-Komponenten. Die mittlere CT-Dichte des kontrastmittelgefüllten Lumens betrug 301 HU bei 140 kV und 534 HU bei 80 kV (p kleiner 0,001). Die CT-Dichte für verkalkte Plaque-Anteile betrug 684 HU (140 kV) versus 1016 HU (80 kV, p kleiner 0,001). Nach Normalisierung der CT-Dichte innerhalb atherosklerotischer Plaques relativ zur Dichte des Koronarlumens zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen 140 kV und 80 kV sowohl für verkalkte Plaqueanteile als auch für nicht-verkalkte Plaqueanteile.

MEDICA.de; Quelle: 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie