Rückenschmerzen multidisziplinär behandeln

Foto: Wirbelsäule

Multidisziplinäre Behandlung führt
auch auch bei schweren Rücken-
schmerzen zum Erfolg; © Hemera

Der multidisziplinäre Ansatz der Rückenschmerz- behandlung hat sich im Laufe des letzten Jahrzehnts zur bevorzugten Therapieform für relativ leichte chronische Rückenschmerzen entwickelt. Er unterzieht die Patienten einem dreiwöchigen Ganztagesprogramm, das sie befähigen soll, durch biopsychosoziale Unterstützung aktiv, positiv und bewusst mit ihrer Krankheit umzugehen.

An der Studie unter Leitung von Professor Marcus Schiltenwolf, Sektion Schmerztherapie an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, nahmen insgesamt 387 Patienten teil. Diese litten schon länger als drei Monate an chronischen Rückenschmerzen, waren deshalb mindestens sechs Wochen lang krank geschrieben und hatten auf Standardtherapien nicht angesprochen. Patienten, bei denen die Ursache der Rückenschmerzen eindeutig diagnostizierbar war, sei es wegen eines Tumors, einer Fraktur oder einer bakteriellen Entzündung, waren von der Teilnahme an der Studie ausgeschlossen.

Die Patienten wurden bei der Eingangsuntersuchung in drei Gruppen unterschiedlicher Schweregrade unterteilt, wobei als Hauptkriterien die Schmerzintensität, die bisherige Dauer der Schmerzkrankheit sowie das Ausmaß der dadurch verursachten Beeinträchtigung galten. Nach dreiwöchiger multidisziplinärer Therapie wurden die Studienteilnehmer ohne weitere Behandlung aus der Klinik entlassen. Erst sechs Monate nach Beginn der Therapie wurde deren Erfolg mit fünf standardisierten Schmerzskalen und Fragebögen abschließend gemessen. Dabei zeigte sich in allen drei Patientengruppen ein signifikanter Nutzen der multidisziplinären Therapie.

"Insgesamt waren sechs Monate nach Behandlungsbeginn 67,4 Prozent der Patienten wieder arbeitsfähig - und zwar unabhängig vom ursprünglichen Schweregrad ihrer Schmerzen", unterstreicht Schiltenwolf die Bedeutung dieses Ergebnisses. "Die multidisziplinäre Therapie zahlt sich deshalb, wenngleich sie kostspielig ist, auch bei Patienten mit besonders schweren chronischen Rückenschmerzen aus."

MEDICA.de; Quelle: Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg