Rückenschmerzen punktgenau behandeln

Foto: Mann hält Hände an der Wirbelsäule

Der häufigste Grund für einen Arzt-
besuch sind Rückenschmerzen;
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Nicht jeder Rückenschmerz lässt sich minimal-invasiv behandeln. "Liegt eine Lähmung oder ein großer Bandscheibenvorfall vor, ist eine neuro- oder mikrochirurgische Operation unumgänglich", erklärt Professor Olav Jansen, Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Bei Patienten ohne Lähmungserscheinungen bietet sich dagegen häufig eine minimal-invasive Therapie an. Ziel dieser ist es, die akuten Schmerzen auszuschalten.

Bei der Behandlung schieben Ärzte eine Injektionsnadel bis an den Ort der Schmerzentstehung vor. Häufig handelt es sich dabei um die kleinen Gelenkflächen der Zwischenwirbelgelenke, die "Facetten". In anderen Fällen geht der Schmerz direkt von den Nervenwurzeln aus. Hier hilft eine sogenannte "periradikuläre Infiltration". Bei der "epiduralen Infiltration" werden die Schmerzmittel dagegen in die Nähe der Rückenmarkshäute gespritzt.

Um die schmerzstillenden Substanzen an die richtige Stelle zu bringen, ist eine Kontrolle der Behandlung mit bildgebenden Verfahren erforderlich. "Ohne diese Sichtkontrolle werden die Nadeln selbst in geübten Händen höchstens in 20 Prozent der Fälle richtig platziert", so Jansen. Erfolgt die Injektion jedoch mit Hilfe des Computer- oder Magnetresonanztomographen, kann der Arzt genau sehen, ob er sein Ziel erreicht hat.

Ist die Nadel korrekt platziert, injiziert der Arzt die Medikamente. Dabei handelt es sich zum einen um ein lokales Betäubungsmittel, das die Schmerzen sofort ausschaltet. Anschließend erhält der Patient ein Kortikoid. Dieses sorgt durch seine abschwellende Wirkung dafür, dass die Schmerzlinderung über mehrere Wochen oder Monate anhält.

Ohne eine Begleitbehandlung können sie zurückkehren. "Eine erneute minimal-invasive Therapie ist dann zwar bis zu sechs Mal möglich, unser Ziel ist es aber, nach einer einmaligen Injektion zusammen mit den Ergo- und Physiotherapeuten einen dauerhaften Erfolg zu erzielen" erklärt Jansen.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften